#37 Gurdrun Quincke - (Fast) allein unter Männern

Shownotes

Gudrun Quincke ist Keramik- und Ofenbaumeisterin, kurz eine echte Powerfrau. Über 40 Jahre selbstständig, 2 Ausbildungen, 2 Meistertitel und ganz viel Energie. Im Podcast erzählt Sie, wie sie sich in den 70ern gegen männliche Kollegen wehren musste, wie ihr ein Essener in New York geholfen hat und vieles mehr. Da Gudrun ganz viel interessantes zu erzählen hat, haben wir auch diesen Podcast auf 2 Folgen aufgeteilt.

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Ton und Schnitt: Frank Erlenkämper

Transkript anzeigen

00:00:10: Moin und hallo!

00:00:11: Herzlich Willkommen zu Get the Fire, dem GVB

00:00:14: Podcast vom Ofenbau

00:00:16: für den Ofenbaum.

00:00:18: Und natürlich für die Freunde des

00:00:20: Ofenfeuers

00:00:21: und denen

00:00:21: die es noch

00:00:22: werden wollen.

00:00:23: Mein Name ist Andreas Neuer und in mir brennt das Feuer für den ofenbau seit vielen Jahren und ich habe es nie bereut den Beruf zu erlernen um mich selbstständig zu machen.

00:00:33: mit meinen Verbandskolleginnen und Kollegen mache Ich mich stark für einen der ungewöhnlichsten Berufe den viele vor allem junge Menschen

00:00:40: so

00:00:41: gar nicht kennen.

00:00:42: Gemeinsam vertreten wir im GVUB, dem Gesamtverband Ofenbau, deutschlandweit die Interessen aus Handwerk-,

00:00:49: Handel- und Industrie.

00:00:51: Für mich ist es eine besondere kreative und sehr individuelle Handwerkskunst, die eine Verbindung zur modernen Heiztechnik

00:00:58: schafft – und

00:01:00: eine Verbindung herstellt zwischen den Menschen!

00:01:03: Denn jeder unserer individuellen Irven hört zum Mittelpunkt des Wohnraums

00:01:08: und bringt

00:01:08: Menschen zusammen.

00:01:10: Genau darum geht es in meine Podcast.

00:01:12: Geschichten, wo die Feuerkunst erzählen und Menschen

00:01:16: über das

00:01:16: Feuer zusammenbringen.

00:01:21: Für die heutige Folge habe ich mich nach Essen begeben.

00:01:24: Mein Navi meinte hier rechts abbiegen.

00:01:27: in den Privatweg Habe ich natürlich getan Den Schotterweg leicht abschüssig runter dann rechts

00:01:33: abbiegen

00:01:34: bis auf dem letzten Hof gefangen Skulpturen im Garten bunte Keramik.

00:01:41: vor der Tür Habe Ich Die Werkstatt betreten Eine Erinnerung an schönen Zeiten.

00:01:48: Grammiker auf

00:01:49: dem Tisch,

00:01:50: die Glasur daneben...

00:01:52: ...aufgeräumt.

00:01:54: Ein bisschen

00:01:54: habe ich geschaut ob vielleicht der Puma-Glan der Glasur hängen geblieben ist.

00:01:58: Der hätte sich hier auf jeden Fall wohlgefühlt!

00:02:00: Dort habe ich

00:02:02: Unruh und Quink getroffen.

00:02:04: Echte Powerfrau.

00:02:06: Vierzig Jahre selbstständig.

00:02:08: Zwei Lehren.

00:02:10: Zwie Meistertitel und vieles

00:02:11: mehr.

00:02:12: Im Podcast berichtet sie

00:02:14: wie sie sich bereits in den Siebzigern gegen die Männer behaupten musste, dass sie Tradition gut findet aber nur wenn man auch die moderne Technik verwendet

00:02:24: und

00:02:24: warum sie weiterhin offen für Neues bleibt.

00:02:30: Ja ich bin heute zu Gast in Essen bei Gudrun Kwinke.

00:02:36: Hallo Gudrun!

00:02:42: Ja, ich habe mal ein bisschen in Deiner Wieter geblättert und also das ist ja schon vieles was du da gemacht hast.

00:02:47: Magst Du Dich mal vorstellen für die, die dich noch nicht kennen?

00:02:50: Also mein Name ist Gudrun Kwinkel.

00:02:52: Ich bin eine Keramikmeisterin und einer Ofenbaum-Meisterin Und ich habe meinen Betrieb jetzt im letzten Jahr vierzig Jahre gefeiert und ich habe mit ich glaube mit sieben zwanzig oder achtundzwanzig angefangen nachdem ich In der Generation oder in meiner Generation, in einer Familie.

00:03:14: Ich habe mir das heute nochmal überlegt warum ich eigentlich mal Handwerk gelandet bin?

00:03:17: Ich bin die einzige, die tatsächlich kein Abitur hat in meiner generation weil mich haben sie wieder von der Schule runter geholt wo ich mich angemeldet hatte aber egal also das bewirkte letztendlich dass ich eine Keramikerlehre gemacht habe und ich hab die mit sechs Jahren angefangen.

00:03:36: Ich bin bei einem Künstler in Witten gelandet, die eben nicht nur Offenbau oder sonst was gemacht haben.

00:03:45: Sondern das war tatsächlich ein Künstlalladen!

00:03:51: Wandgestaltungen gemacht, wir haben das erste Jahr glaube ich Ladenbau mit Styropor und Plastik gemacht.

00:03:58: Meine Ladzose die ich hatte als er im ersten Lehr her die Konzer am Ende in die Ecke stellen weil sie so voll mit Epoxhüter zwar... Und dann habe ich da meine Keramiker.

00:04:12: Also, ich glaube es gab in dieser Zeit ein Jahr vielleicht oder anderthalb Keramik und anderthalf Jahre irgendwas anderes also Kunststoff, Beton.

00:04:22: wir haben alles Mögliche gemacht und das war für mich Auf jeden Fall der Ansporn, dass mir das wirklich Spaß gemacht hat.

00:04:31: Es war ein Betrieb, der hat so unterschiedliche Sachen gemacht und wir wurden dann als Mitarbeiter ... Ich glaube sechs Typen.

00:04:39: Und ich war übrigens auch noch eine sehr schöne Anekdote Frauen in Männerberufen oder in Männerwerkstätten.

00:04:46: Das war tatsächlich, vom Altgesellen oder von den Mitarbeiter angesprochen würde, also wie im klassischen Buch.

00:04:55: Ich möge doch weil ich ja eine Frau bin tatsächlich das Klo putzen.

00:04:59: wo ich dann gedacht habe er geht's noch und habe dann gesagt ne mache ich nicht weil es waren mit Verlaubt dann auch alles Stehpisser unangenehm und ich musste mich wirklich erwähren als Mädchen deren Klo zu putzen.

00:05:15: Und ich bin dann tatsächlich hinterher zur Chefin gegangen, also das war der Lächnerhof und bin hinterher zu Christ Lächener gegangen und hab gesagt es mach' ich nicht!

00:05:24: Das ist eine Frechheit!

00:05:25: Also hätte ich nicht so ne große Klappe gehabt... oder so viel Durchsetzungsvermögen, wahrscheinlich hätte ich deren Klo geputzt.

00:05:32: Ja das muss sich ja mit sechzehnten dann auch schon entsprechend behaupten, oder?

00:05:35: Das war... Also es war aber wirklich wie im Bilderbuch!

00:05:39: Ich habe mich da durchgesetzt und nicht das Klo geputzt also nur wenn ich dran war.

00:05:45: Und

00:05:46: ähm... War dann so ein richtiger... Also die haben alles mal künstlerisch.

00:05:49: Es war.... Wir haben, also unser Chef der Peter Lechner war eigentlich ein gestalterer Künstler.

00:05:56: Also das war gar nicht ziemlich ambivalent was er gemacht hat.

00:06:00: Er hat für die Stadt Witten die Räume entwickelt mit einem Architekten zusammen und das Tolle.

00:06:07: wir haben dann in Betonbrunnen gegossen.

00:06:09: Wir haben mit Kunststoff gearbeitet.

00:06:11: Weil Dehla, das war in Freundenberg eine Yacht werft.

00:06:16: da wurden dann Kieselsteine gebaut.

00:06:18: Also, das war eine spannende Zeit.

00:06:23: Weißt du noch wie du da hingekommen bist?

00:06:24: Wie du auf die Idee gekommen bist...

00:06:26: Ganz einfach!

00:06:27: Weil ich von diesem Westfalen-Kolleg, wo ich eigentlich hin wollte, ohne allerdings die Begutachtung meines Direktors, da hat er gemerkt, ich habe mich still und halblich da angemeldet, wurde auch genommen weil nämlich ne Tante von mir da Konrektorin war und die haben dann bei uns an der Schule angerufen, dann hat er mich oben aus der Zehn-Klasse rausgeholt.

00:06:48: Er hat mich geschreint von oben bis unten begleitet und hat gesagt Kinder von Akademikern alter Sozi.

00:06:55: Kinder von akademiker müssen nicht studieren.

00:06:57: damit hat er mir diese Möglichkeit genommen.

00:07:02: Vielleicht hätte ich es ja auch nicht geschafft, aber auf jeden Fall muss ich innerhalb von drei vier Wochen mir eine Lehrstelle suchen.

00:07:09: und dann hatte ich ne Englischlehrerin die mir gesagt hat ich sollte mich doch mal da vorstellen das könnte sie sich so?

00:07:16: oder bin ich dahin gefahren?

00:07:17: Dann hatten wir schon Leerling.

00:07:20: Ich bin mit dem Fahrrad gefahren, also sieben Kilometer Berg auf.

00:07:24: Dann bin ich da sieben Mal gewesen... ...mit meinem Vater und meiner Tante, die von der ich die Werkstatt übernommen habe.

00:07:32: Alleine!

00:07:33: Und nach sieben Mahlen hat er mich dann endlich genommen.

00:07:36: Also, der wollte mich gar nicht.

00:07:38: Aber jetzt muss wirklich sagen, es war eine schöne Zeit.

00:07:43: Du hast eine harte Zeit, das war auch nicht ganz einfach.

00:07:49: Ich habe da gute Erinnerungen, wahrscheinlich vergisst man auch die schlechten.

00:07:53: Ja zum Teil

00:07:55: Aber es war eine schöne Zeit.

00:07:57: ich hab hinterher noch immer wieder so wie du erzählt hast von deinem Azubi Immer mal wieder dort gearbeitet über ne Zeit und wir haben eben auch Da geht's nämlich auch in den Ofenbau.

00:08:10: Wir haben mit einem Kaminbauer der eigentlich Maurer war Der hat die Kamine für uns gebaut

00:08:18: Ja.

00:08:20: Und mit dem bin ich dann auch mit, also wir wurden als Lehrlinge schon dem beigestellt und da haben wir dann Baustellen-Erfahrungen gesammelt.

00:08:32: Also ich war schon viel auf Baustelle.

00:08:36: Gibt's dann immer so Sachen?

00:08:38: Also eigentlich ein Unding!

00:08:40: Ich bin in Witten, in der Kälte draußen habe die Betonbrunnen dann aufgebaut mit noch einer Maurerfirma Und dann war ich mit denen zusammen.

00:08:51: Und irgendwann hat einer von den Burschen, der hatte tatsächlich ... Ich hatte so eine grüne dicke Fetteloniak.

00:08:58: Klappt die auf in Fensterladen und sagt... Ey Jungs!

00:09:02: Wir haben Mädchen an Bord.

00:09:06: Ab da sollte ich nicht mehr so viel tragen.

00:09:08: Also ich wurde in einen Tongang eingeflockt.

00:09:13: Das habe ich aber dann nicht zugelassen weil es war mir zu blöd.

00:09:19: Zu der Zeit war das total ungewöhnlich.

00:09:21: Das waren also in der Zeit.

00:09:26: Du hast dann, nachdem du die Lehre als Keramikerin gemacht hast noch eine als Stahlbauschlosserin gemacht?

00:09:35: Ich habe ja noch zwei Brüder und eine Schwester aber mein älterer Bruder und mein kleineren Bruder haben beide eine Maschinen-Schlosserlehre gemacht.

00:09:42: Und die konnten schweißen!

00:09:44: Dann hatten wir bei uns im Haus Zuhause auch Wohngemeinschaften.

00:09:49: Da war unter anderem unser alter Kumpel mittlerweile, Klaus Meier dabei und der hat seine Autos immer repariert und wir haben das dann auch gemacht.

00:09:58: Und ich habe meine Enden dann... geschweißt, aber ich wollte das auch können.

00:10:04: Dann gab es so ein Programm vom Arbeitsamt Mädchen in Frau in Männer berufen und dann haben die gesagt ob ich denn nicht gerne damit machen wollte weil sie suchten Leute die auch das schaffen ja die auch nicht auf der Hälfte wieder aufhören.

00:10:20: also wir hatten da Das war entwetter Auffedemach, so hieß das.

00:10:27: Wo arbeitest du denn?

00:10:28: Auferreme oder auferdemach?

00:10:30: So ich war aber aufer demach in so einem Fortbildungskurs und wir hatten da eine wilde Truppe, eine Friseurin die sich immer mit dem Hub drei von einer Pfeile, zweihundertfünfzig Millimeter lang ihre Fingernägel auf der Werkbank gefeilt hat also ... drappiert als Friseurin.

00:10:50: Und dann hatte ich die rote Fingernägel und saß da mit diesem Hub drei... ...und feilte sich die Fingarnägel, ne?

00:10:57: Dann hätten wir noch jemanden... Ich glaube der kam aus dem Knast,... ...der konnte unheimlich gut Kupfer bearbeiten weil die immer so Kupfartore gedengelt haben.... ...und dann sollte ich aber nicht Stahlbauchschlosserinnen werden,... ...das habe ich aber verhindert, weil ich wollte gerne mal... ...ich wollte ja Schweißen und solche Sachen arbeiten,... ...hab' ich auch geschafft!

00:11:16: Und man wird ja in so einem Werk von einer Abteilung in die nächste Abteilungen gesetzt.

00:11:23: Die einzigen Frauen sind ja die, die aus dem Büro kommen, die Kranführerin und die eigentlich in der Montage sind gibt es ganz wenige und die die gelernt haben auch nicht.

00:11:34: also man musste sich auch in diesem Betrieb durchsetzen.

00:11:38: Das heißt, ich kann mir eigentlich aus einem Bildungsbürgertum und war nicht so wirklich auf diese Sprücheklopfe ausgerichtet.

00:11:49: Also da gab es schon Sprüchen.

00:11:50: Da hast du aber gedacht, was sagen die dann?

00:11:53: Aber so nach anderthalb Jahren kannst du auch schon kontern.

00:11:59: Und wenn man das nicht gelernt hatte in einer Bude, dann geht man garantiert unter.

00:12:03: Ja, das glaube ich sofort!

00:12:05: Und dann habe ich das gemacht und dann hab' ich halt hinterher wieder im Ofenbau auf dem Lechner Hof gearbeitet.

00:12:12: Ich habe aber auch tatsächlich zwischendurch mal ein paar Monate in der Töpferei gearbeitet, hat mir ja ... Ja, habe ich gekonnt, aber... Das war nicht so mein Ding!

00:12:23: Das ist dann zum Maschinell gewesen oder?

00:12:25: Nee, war handgedreht alles, also wenn du in einer Töpferrei sitzt Dann sitzt du ja den ganzen Tag da auf deiner Töpferscheibe und kommst mit mir hinter nicht woanders hin oder glasiert.

00:12:38: Mir war das einfach... Mir hat es nicht so richtig, also war nicht mein Ding.

00:12:44: Obwohl ich als ich hinterher die Werkstatt übernommen habe von meiner Tante, das war hier eigentlich eine Töpferrei, haben wir die Tömpferei solange meine Großmutter lebtet und die auch bemalt hat, haben wie die weiterlaufen lassen?

00:12:58: Also ich hatte immer hier im Betrieb einer Tö?

00:13:00: pferin Zeitweise oder mal über Monate, oder wie auch immer.

00:13:06: Damit wir das Geschirr machen konnten, weil meine Großmutter das bemalt hat.

00:13:11: Aber nicht mein Ding!

00:13:14: Du hast dann ... ... «Dreienachtzig» hast du einen Meister in Kerame gemacht?

00:13:19: Genau ich bin dann nach Landshut gegangen und habe da meine Meisterprüfung.

00:13:24: Also Landshuth ist nicht wie zum Beispiel Straubing oder alle anderen Kurse ist über zwei Jahre.

00:13:31: Das heißt man wird unterrichtet, also es führt zwar auf die Malzerprüfung hin aber du wirst unterrichteten in... Mathematik, Physik und Chemie in Mineralogie.

00:13:41: In vielen verschiedenen Bereichen.

00:13:45: Und was wir hatten?

00:13:46: Wir hatten Freihandzeichnen.

00:13:48: Wir hatten Entwurf.

00:13:49: Wir haben auch technisches Zeichner.

00:13:52: Da ist mir übrigens die Ausbildung zum Stahlbausschlosser.

00:13:56: Also man glaubt gar nicht wie ich hinterher von dieser Stahlbau-Schlosserausbildung profitiert habe.

00:14:04: Ich konnte zeichnen... technisches Zeichnen konnte ich oder kann das natürlich und davon habe ich unglaublich profitiert, also auch für meine Masterprüfung.

00:14:16: Und ja dann habe ich... Also ich kam ja nicht direkt aus dem Stahlbau aber ich kam dann so aus dem Pott um.

00:14:24: meine erste Zeit in Landshut war ja Niederbayern.

00:14:28: Erdnitz hab' ich die Leute nicht verstanden Also die Umgegend.

00:14:32: Und die Keramiker sind ja eher so ein bisschen, vielleicht nicht esoterisch aber sind schon eher auf diesem sich mit Dingen, mit Kunst oder mit Formen auseinanderzusetzen.

00:14:44: da war dann Bernard Leitch und einen japanischer Künstler das waren so die Uwakuri-Feen.

00:14:52: Ich dazwischen, ich hab mir eigentlich die ersten drei Monate gedacht, ich bin hier völlig falsch.

00:14:58: Was sind denn das für Verrückte?

00:15:01: Also oder für Esoteriker was auch immer?

00:15:05: und dann habe ich ja viele eben nicht verstanden weil sie haben ja niederbayerisch gesprochen.

00:15:11: und aber so nach drei Monaten und ich habe dann natürlich in meinem Spruchauflager so wie man das im Pot hat können Süddeutsche nun mal nichts anfangen.

00:15:22: Also,

00:15:24: null!

00:15:25: Es geht nicht.

00:15:27: Da sind wirklich echt zwei Welten aufeinander getroffen.

00:15:30: aber so nach drei vier Monaten ging das eigentlich und was mir sehr geholfen hat in Süd-Deutschland oder da im Landshut... Ich bin ja Jägerin und zu damals habe ich sehr viele Yachtoren auch gespielt und ich hab gedacht okay wenn ich jetzt in diesem Landstrich Wohne, ich muss jetzt unbedingt in die Yachthornbläser-Gruppe und dann bin ich in die yachthorn Bläsergruppe eingetreten.

00:15:55: Ich wurde dann auch genommen und habe diese ganze, ich war ja insgesamt dreieinhalb Jahre in Landshut und hab da immer mein Yachtorn gespielt und das war einfach mit den Menschen, die zu Hause sind wirklich eine sehr schöne Zeit.

00:16:11: Also ich habe mich nicht gemobbt gefühlt!

00:16:14: Gab es eine Alternative auch hier oder gab's diese Schule nur in Landshut?

00:16:18: Es gibt für die Meisterprüfung eigentlich im Westerwald ne Schule, aber Landshuth ist eben... Die hat diese umfassende Ausbildung.

00:16:26: Heute braucht man ja eigentlich keine Meister-Prüfungen mehr zu machen.

00:16:29: Aber diese zwei Jahre in Landhuth sind schon sehr umfassungend in der Ausbildung und so habe ich das auch ausgesucht.

00:16:42: Ich wollte keine Kunst machen, ich wollte in die Gestaltung und das ist eigentlich eher die Schule.

00:16:47: Wobei Landshut die Töpfer mehr Möglichkeiten hatten als ich.

00:16:53: also wir haben in der Töpferei bei zweites oder drittes Gesellenjahr angefangen.

00:16:58: Ich konnte überhaupt nicht richtig drehen.

00:17:00: Ich habe das ja nicht leiden mögen das Drehen.

00:17:03: Und musste dann meine Meisterkuch auf fünfzig Zentimeter drehen.

00:17:08: Das war schon echt ein Angang, aber wir haben in der Baukeramik bei Null eigentlich angefangen und das fand ich ziemlich unfair.

00:17:17: Also auf jeden Fall habe ich meine Meisterprüfung im Landshut gemacht indem man muss ja ein bisschen clever sein.

00:17:26: heute nach vierzig Jahren kann man das sagen.

00:17:29: also ich hab mir eine sechs Krügel In der Geschwindigkeit gar nicht drehen können, aber meine Nachbarin und einen Mann in den Nachbarn haben mir wohlwollend ihre Krüge zur Verfügung auf mein Brett gestellt.

00:17:39: Keiner hat es gesehen!

00:17:41: Ich habe glaube ich zwei gedreht und ich hatte auch ein Meisterkuch über fünfzehn Zentimeter.

00:17:46: Den hat mir eine Kollegin gedrehte.

00:17:49: Also ich konnte selber was, aber sicherheitshalber hab' ich schon mal von den anderen was mit einen Kauf genommen.

00:17:57: Aber so läuft das einfach.

00:17:59: Ja, man muss ja auch ein bisschen Netzwerken.

00:18:00: Also ich hatte auch jemanden im Masterkurs in der Prüfung, der sehr gut schweißen konnte.

00:18:04: Ja also... und dann habe ich die gemacht.

00:18:08: und dann bin ich, weil ich ja... hab' ich dann festgestellt okay schon in der Meisterprüfung Ich hab mich ja ein bisschen da getummelt auf dem Bau.

00:18:17: Ich hab für meinen alten Chef am Wochenende als Jeden Landshut war Öffengesetzt.

00:18:22: Der hatte tatsächlich Dorfen habe ich dann für so eine Antiquitätenhändler in den Ofen gebaut und bin dann am Wochenende immer arbeiten gegangen, weil so viel finanzielle Möglichkeiten hatte ich nicht.

00:18:37: Und dann hab' ich festgestellt oh-oh!

00:18:39: Ich brauche doch die Meisterprüfung.

00:18:42: Okay.

00:18:44: Dann habe ich mich in München bei Dr.

00:18:47: Pletzer – das ist ein Ofenbauer gewesen – angenommen worden, obwohl ich ja keine Ausbildung hatte?

00:18:55: Und wurde dann einer jungen Frau zugeteilt und wir hatten dann Sprinter, und wir beide.

00:19:00: Okay!

00:19:01: Dann kamen da echt so Klamotten, dass wir nach Starnberg auf eine Baustelle... ...und dann haben wir ein Klingering und hier sind die Ofenbauerinnen.

00:19:10: Dann hat die Dame dahinter die Tür zugehalten und hat dann gefragt, wo ist der Mo?

00:19:17: Also irgendwie der Mann.

00:19:19: Ich glaube wir haben eine geschlagene Stunde mit dieser Dame verhandelt weil wir hatten ja kein Handy.

00:19:25: Dann haben wir da versucht bei ihr anzurufen den Chef anzurufen.

00:19:30: also das hat richtig Theater gegeben.

00:19:32: die wollten Mo Hat er aber nicht gekriegt.

00:19:35: Also wir beide haben dann eh einen Ofen gebaut, also das ging dann munter so weiter dass immer dieser wagen mit den zwei frauen drauf Probleme in die.

00:19:48: also wirklich

00:19:50: frech.

00:19:52: und dann bin ich aber weil ich von landshut immer kam kam bei uns auf der baustelle der rohlein froblevs geht.

00:19:58: es ist eine ofenbauer aus furt nahe landshurt.

00:20:01: und irgendwann hat er gesagt Vom Arbeitest du eigentlich nicht bei mir?

00:20:05: Hast doch viel kürzer.

00:20:08: Okay, bin ich nach drei Monaten aus München dann zu ihm gegangen und habe da noch ein halbes Jahr mit ihm zusammen gearbeitet und ich bin morgens mit der Brötchentüte über den Frühstücken gegangen und dann sind wir auf die Baustelle.

00:20:21: Und oft er wieder zurück, dann hat er sich aufs Sofa gehauen und hat gepennt und ich musste weiter an seiner Frau und wir haben dann gespült.

00:20:30: also das war Für ihn hat er gerade angefangen, für ihn auch sehr lustige Zeiten.

00:20:36: Und ich bin da auch oft samstags dann mit ihm auf die Baustelle.

00:20:41: Warum man mich genommen hat?

00:20:43: Ich konnte schweißen!

00:20:44: Ich war diese ganze Metallarbeit... Ich habe ja gar nicht geahnt wie viel Metall im Ofenbau ist und das hat mir wirklich richtig geholfen.

00:20:56: Und in der Meisterprüfung bei den Keramikern.

00:21:01: Da gab es schon Theater, weil auf der Prüfung war da so dass ich einen Ofen gemacht habe in Keramika ganz klar von einer Gestaltung aber ich hatte eine Oberfläche die geschnitten war wie wir das auch einen Ofennoch haben geschnitten ohne Sims oder alles also wirklich kubisch aufgebaut.

00:21:23: und als dann die Prüfungen Das war der Keramiker oder Ofenbauer.

00:21:28: Ich habe keine Ahnung, so ein alter, mal ganz ehrlich einen alten Sack, der da mit seinem Rückstock durch die Gegend lief und immer zu mir gesagt hat das wäre kein Kachelofen.

00:21:37: Der hat ja Coacims!

00:21:39: Dann hab ich gesagt Ja aber Simms ist ja nur wirklich Interessiert mich eigentlich überhaupt nicht.

00:21:44: Nein mit dem Coacim's und keinen Ofen und es wären ja viel zu große Kacheln und Die Oberfläche und eigentlich gehörten ja Schüsselkacheln weil einer von meinen Schulkollegen, der hat einen tollen Schlüsselkachelofen gedreht.

00:21:58: Aber nee, wollte ich ja nicht so!

00:22:01: Dann habe ich eine Note gekriegt und hab hinterher ne Vier in Baukeramik, obwohl ich die Beste eigentlich war.

00:22:09: Ich bin mich so geärgert dass ich mein Zeugnis genommen habe Regensburg gefahren und habe mich richtig beschwert oder eine drei.

00:22:19: Ich weiß nicht auf jeden Fall die schlechte Note in der Baukeramik, dann hab ich da erst mal einen Aufstand gemacht und hab gesagt läuft nicht weil es gibt keine Vorgabe was zu bauen ist um.

00:22:30: meine Keramik ist super als rein.

00:22:32: Ich bin ne Baucheramiker und da will ich ne neue... Ich hab am Ende ne andere Note gekriegt weil ich das so geärgert hab.

00:22:45: Und dann habe ich eben nachdem mich beim Ruhland, dann hab' ich mich angemeldet in Straubing und dann haben die gesagt nö geht nicht.

00:22:55: Weil ich hab ja keine Ufenbauergesellenprüfung.

00:22:59: Okay das war dann so okay was mache ich jetzt?

00:23:02: Dann habe ich erstmal meine ganzen Blätter eingesammelt mein alter... Ofen oder Kaminbauer hier aus Witten, da hab ich mein... Also ich musste ja irgendwelche Zertifikate, die sich darin gearbeitet haben.

00:23:17: Aber also habe ich mit Peter Lechner noch verhackstückt was wir da gemacht haben.

00:23:22: Werner Rota hat mir dann hat der Roland Doktor Pletzer und diese alle hießen.

00:23:27: Am Ende hatte ich irgendwie ... Und ich hatte ja eine Gesellenprüfung im Fach.

00:23:34: Bin ich wieder nach Regensburg gefahren?

00:23:36: Ich habe da mit einem verhandelt und gesagt, ich mache keine dritte Lehre.

00:23:43: Die Keramika dürfen ihre eigenen Produkte auch setzen.

00:23:46: So war das oder so ist das noch?

00:23:49: Ja!

00:23:50: Ich habe eine Stahlbauschlosserlehre und ich habe dann wirklich wie ein Skatblatt meine ganzen Papiere bei dem aufm Schreibtisch aus.

00:23:57: Dann hätte sich das alles angeguckt.

00:24:01: Dann hat er ... Ach so, ich bin ja ja reingekommen.

00:24:03: Ich hatte ein Pestmantel an, weil meine Ente so kalt war und dann das war der gleiche wo ich mich vorher schon beschwert war.

00:24:12: Okay.

00:24:13: Und dann bin ich da reingegkommen und dann hat er gesagt was wollen sie denn schon wieder?

00:24:17: Ja also er hat mich erkannt!

00:24:19: Ich habe ihn nicht erkannt aber auf jeden Fall hab ich ihm das dann auf dem Schreibtisch ausgelegt.

00:24:25: Dann hat sich das alles durchgelesen, dann kam noch irgendjemand die auch gelesen hat Und dann hat er diese Blätter alle wieder zusammengewürfelt und hat mir diesen ganzen Stapel gegeben.

00:24:36: Er hat gesagt, ich will sie nie wieder hier sehen.

00:24:37: Sie können nach Straubing aber nie wieder will ich sie hier sehen!

00:24:41: Und dann habe ich die Zulassung für Straubingeleicht.

00:24:44: Hätte ich vorher geahnt wie schwer das für mich werden wird?

00:24:49: Ich hatte überhaupt ja null Theorie.

00:24:53: Ja... Ich hab wirklich Null Theorie.

00:24:56: als ich dann gesehen habe was wir da alle machen müssen Ich gedacht, ach du Scheiße.

00:25:01: Egal!

00:25:01: Du bist angenommen und du willst das jetzt hier machen?

00:25:03: Ja.

00:25:04: Und ging.

00:25:06: Okay...

00:25:07: Aber TH Luft habe ich eine Ahnung also wo ich dann gedacht hab was interessiert mich?

00:25:14: ne Luftheizung mit Minileitungen oder lauter soll ich mich interessieren.

00:25:18: eigentlich nur der reine Ofenbau.

00:25:21: aber dass war die Folge daraus.

00:25:22: Also ich habe mich da echt durchkämpfen müssen Und ich hatte noch ein Problem.

00:25:27: Ich hatte nicht so richtig viel Geld, also ich hatte schon Geld.

00:25:30: Ich habe einen Stipendium für Landshut gekriegt aber ich wollte hinterher nach einem Jahr weg.

00:25:37: Also habe ich immer ganz oft Freitagsblau gemacht und bin dann im Roland Freitag-Samstag auf die Bauschelle und hab da meine Kohle verdient.

00:25:49: Die Meisterprüfung war für mich wirklich schwer!

00:25:53: Aber ich habe sie geschafft.

00:25:57: Ich hab nicht die glänzenden Noten gehabt, in der Praxis war ich gut aber die Theorie ging und ich hab durchgehalten.

00:26:09: Und dieses ganze Schleifen vom Keramik, das war ... Ich hatte echt blutige Hände.

00:26:19: Aber egal, man kann ja Leukelplastromomen völlig wurscht.

00:26:23: Also ging.

00:26:24: und was ich hinterher auf der Meisterprüfung war in der Praxis gar nicht so schlecht.

00:26:29: da habe ich noch den anderen die Klamotten geschweift oder Rohre gebogen oder sowas.

00:26:34: also mein hilft sich ja?

00:26:36: Ja!

00:26:37: Da hatte ich die Meister Prüfungen und das war gut so.

00:26:43: Bist du vorher oder zwischendurch, bist du auch schon mal in den USA

00:26:46: gewesen?

00:26:47: Ich bin danach.

00:26:48: Ich

00:26:48: wollte... Es gibt von mir so ein Bericht auch in diesem Metall-Häftchen da gab es ja immer so Hälfte der D-Mark wo dann Frauen in Männer berufen und da sage ich schon mit zwanzig mach mich selbstständig.

00:27:01: Okay!

00:27:02: Also war ich zwanzzig.

00:27:02: Wo ist das denn schon?

00:27:03: Wusste ich weil es gab ja diese Werkstatt meiner Tante also diese wo wir jetzt sind.

00:27:09: die Räumlichkeiten waren ja da nicht so groß wie jetzt Aber es war da.

00:27:14: Und dann habe ich gedacht, ich werde nie wieder ein Jahr irgendwie wegfahren können das wird nicht funktionieren.

00:27:22: Ja okay

00:27:23: und dann habe Ich meine Klamotten genommen und hab die bei meinen Eltern untergestellt mein Zeug und hab mich dann wirklich mit Rucksack und einer Idee Dass ich von oben über Kanada dann an der Ostküste bis nach Guatemala, das habe ich dann gemacht.

00:27:42: Ich hatte einen Flug hin und zurückflug.

00:27:46: Und dann bin ich in New York angekommen – ich leide unter Heimweh!

00:27:51: Das ist

00:27:51: das Schlimmste überhaupt.

00:27:52: Ich habe eigentlich nach drei Tagen gedacht, ich muss jetzt wieder nach Hause aber auf dem Rockefeller Center Typen gesehen in Deutschland.

00:28:03: Ich war eine englische Katastrophe und man hat eigentlich gedacht, Weihnachten bin ich wieder zu Hause aber war doch nicht.

00:28:09: Und hab dann mit diesem Typen gesprochen.

00:28:13: das ist hinterher mein Steuerberater geworden der kam nämlich aus Essen und eigentlich hatte er mich mental gerettet.

00:28:21: ja und dann bin ich weiter.

00:28:22: sich habe in New York im Ceramics Center da gab es ja kein Handy Nichts.

00:28:30: Kein Google, gar nichts habe dann einen Riesenschrank durchwühlt mit Adressen von Keramikern.

00:28:37: Das durfte ich da und es war extrem teuer.

00:28:40: also der Dollar hat dreimal vierzig gekostet.

00:28:43: Ich hatte eigentlich zehntausend Euro zu zehn tausend Mark zur Verfügung Und ich hab gedacht Weihnachten Die Kohle die gingen so weg.

00:28:52: ich bin Im April wieder Zuhause nicht.

00:28:59: Und dann habe ich eigentlich über Greyhound, ich bin mit dem Bus gefahren und über diese... man lernt ja viele kennen in diesen Youth-Horsteln.

00:29:07: Aber ich hab mir immer Keramika rausgesucht und hab die besucht.

00:29:12: Zwar extrem schwierig weil da fuhr hier kein Bus hin also per Anhalter oder hab dann irgendwelchen Coffee Shops nachgefragt und die Amerikaner sind ja unglaublich offen!

00:29:25: Öfters so ein Ride gekriegt, wo irgendjemand gesagt hat ich bring dich da hin.

00:29:30: Ich meine hätte ja auch irgendwie was passieren können.

00:29:33: davon

00:29:33: hier drüber nachdenken

00:29:35: gab auch manchmal so Sachen wo ich echt Ja, aber es gab nie was Schlimmes.

00:29:43: Und dann bin ich zu diesen Keramikern hingefahren und zum Teil durfte ich da sein also gegen Bed & Breakfast.

00:29:49: Dann durfte sich dann da arbeiten.

00:29:51: Okay!

00:29:52: Dann habe ich in der Atel Jeska gearbeitet und hab auch in Vermont bei einer Dame ... Da war ich irgendwie zwei Wochen und hab mit der war ich in der Werkstatt.

00:30:02: Es war eine schöne Zeit, einmal hatte ich so einen ... Der hat Skulpturen gebaut.

00:30:08: Dann waren die weg und ich musste auf den Hund aufpassen und kam in den Hot Tube.

00:30:12: Ich durfte da in diesem Holzding draußen in so einem heißen Wasser Meine Zeit verbringen und das war cool.

00:30:23: Ebenerdig in den Schnee gucken, man konnte dann die Rentiere da irgendwo rumlaufen sehen.

00:30:29: Also schöne Zeit!

00:30:30: Ich bin bis über Mexiko bis Guatemala und dann bin ich wieder zurück.

00:30:35: Aber mein Thema war immer Keramik, Brennürfen, gucken wo wird irgendwo gearbeitet?

00:30:46: Ich hatte leider aus dem Urwald irgendwie so ein Magenwurm, musste leider noch ins Tropeninstitut nach Hamburg drei Wochen.

00:30:54: Um da meine Parasiten wieder aus mir rauszukriegen und habe dann im September oder im Oktober fünfundachtzig hier angefangen.

00:31:03: Es gab einen Brennofen, meine Großmutter war da weil mein Tante auch vorher schon verstorben war, dann hab ich ja angefangen Und habe eben die ersten Aufträge über Freunde.

00:31:15: Ach, weiß der Kuckuck.

00:31:17: und dann hatte ich eine Liaison in den USA und ich hab mir dann immer Geld verdient... ...und bin dann wieder für ein paar Wochen nach New York um diese Liaison zu besuchen.

00:31:29: Aber die hat dann hinterher geendet!

00:31:31: Okay hier ist auch ein weiter Weg?

00:31:32: ne?

00:31:32: Ja also war nett aber nee.

00:31:39: Du hast ja gesagt, du hast mit zwanzig.

00:31:40: War dir dann schon klar, dass du hier irgendwann den Betrieb übernehmen willst?

00:31:44: Oder war das nur der Gedanke dich selbst nicht zu machen?

00:31:48: Doch!

00:31:48: Den gab es ja dann schon.

00:31:50: Also diesen Betrieb hat's gegeben und zwar in kleiner.

00:31:55: Wir hatten vorne die Topferei und dieser Raum war der Ausstellungsraum.

00:31:58: also für eine Topferei braucht man gar nicht so viel Platz Und ich habe in der ersten Zeit hier mit meiner Großmütter noch quasi Seite an Seite gearbeitet und wir haben dann eigentlich unsere Werkstatt immer weiter vergrößert.

00:32:13: Wir haben die Halle dazu gekriegt, die Remise haben wir dazugekriegt.

00:32:17: Irgendwann hab' ich den hinteren, den alten Pferdestall dazugekriecht.

00:32:20: Dann hab' Ich noch den Tonkeller, dann hab' Es wurde immer größer und unser erster Lehrling, das war ein abgebrochener Student der hier Aufschluch mit seinen Arbeiten.

00:32:38: Und den habe ich dann als Azubi gehabt.

00:32:41: Das war mein erster Azubis.

00:32:43: Der hat übrigens heute eine Werkstatt oben bei Osnabrück Feuerland.

00:32:48: Okay!

00:32:50: Und die zweite, die ich ausgebildet hatte – das war ne junge Frau, ne Pankerin?

00:32:57: So, damals der Zeit.

00:32:58: Echt hammer und wir sind dann zusammen auf eine Baustelle haben Riesenofen gebaut in Witten Und Dann sind ja da aufgeschlagen um.

00:33:09: meine Pankerin hatte dann irgendwie gefärbte Haare und irgendwie weiß ich.

00:33:13: unsere Bauherren hat dann zwei Tage lang zu dieser Pankerin erst mal nichts gesagt Ja und als ihr dann ein paar Tage da waren hat sie gemeint ja die kommt ja doch irgendwie Die kann sich ja richtig gut benehmen.

00:33:27: Also ich dachte aber, hey hallo was ist denn hier?

00:33:30: Aber das war so ne... Das war ja schon ungewöhnlich dass wir zwei Frauen waren und dann noch so eine Bankerin dazu.

00:33:37: Aber ich habe dann irgendwann gesagt Ey Eva also du musst dich auf wie... Ungewaschen geht gar nichts.

00:33:45: Und dann hat sie gemeint, ja hast du keinen Zugang zu deinen Körpergerüchen?

00:33:48: Dann habe ich gesagt nee aber auf der Borschau geht das jetzt mal gar nicht und morgen stopfe ich dich ins Wasser fass wenn du da nicht geduscht kommst und ich sauber.

00:33:57: und die war unglaublich pragmatisch.

00:34:00: Wir haben eine Baustelle auf dem Land gehabt, auf einem landwirtschaftlichen Betrieb.

00:34:04: Und dann habe ich gesagt, also so geht das nicht!

00:34:07: Du musst deine Haare entweder... Ja, sie macht das schon und dann hat sich ihre Haare blond gefärbt, okay?

00:34:13: Nicht mehr grün-blau-, rosa, was nicht weiß.

00:34:16: Und kam in einer schwarzen Lazose.

00:34:18: Also diese Pragmatismus von der war richtig toll.

00:34:24: Die hat das ja ... ... haben wir immer uns weiterentwickelt.

00:34:31: Also, als ich die Kinder hatte... ... bin ich ja auch nicht mehr selber an die Baustelle gegangen.

00:34:35: Ich war vorher ja selber immer an der Baustell.

00:34:38: Das war auch hartes Brot,... ... weil hier in einer Werkstatt die Karren gemacht habe und dann an die Baustelle.

00:34:45: Und zum Teil bin ich dann abends vor um fünf von der Bauschelle... Nicht geduscht, wenig gegessen, möglichst viel trinken und hab dann irgendwie von sechs bis neun oder bis zwölf manchmal meine Keramik hier gemacht.

00:35:01: Das war wirklich anstrengend!

00:35:03: Und dann habe ich das aber mit den Kindern... Also ich hab, wir haben ja drei Töchter und die schleppste dann Maxi Kosi auf die Baustelle Ohrenschützer an.

00:35:15: Windeln drüber damit du da irgendwie zu Rande kommst, weil du kannst ja nicht ein gestilltes Kind permanent irgendwie zu Hause lassen.

00:35:25: Das geht nicht.

00:35:25: Also das war schon hart aber wir haben dann mit tollen Leuten zusammengearbeitet.

00:35:29: da ist der Michael Gremelmeier.

00:35:31: Der ist heute auch nach wie vor Offenbauer.

00:35:34: ich habe mit Klaus Börner zusammen gearbeitet.

00:35:36: er ist leider im Jahr zwei tausend neunzehnt verstorben.

00:35:39: Er war zehn Jahre jünger als ich und also es war schon echt einen Schock und ich hab mit noch jemandem Mit dem Karsten aus Senden gearbeitet, tolle Leute alle.

00:35:54: Irgendwann haben wir das dran gegeben und haben dann selber hier auch Ofenbauer gehabt.

00:35:59: Und für mich war das viel entspannter hinterher, dass wir ja mit unseren eigenen Leuten gearbeitet haben, weil da brauchste nicht Christian Anruf irgendwie bis gerade auf der Baustelle gewesen und dann kriegst ein Anrufe.

00:36:12: Ja ich habe keine Vierer Platten oder sonst irgendwas.

00:36:15: wo du denkst ey du vollforten.

00:36:17: Das hättest du mir mal vorher sagen können jetzt nicht irgendwie wieder über Land und dir da eine Viera Platten bringen.

00:36:24: Und jetzt ist es entspannter.

00:36:26: also wir haben eigentlich bis ein dreißigsten Januar haben wir zwei Ofenbauer gehabt eigentlich drei Ein Azubi, ein Ofenbauer hat uns verlassen.

00:36:40: Oder wir haben uns ... weil dieser Stress mit so vielen Leuten ... ich habe irgendwann gedacht, nee, da mache ich das nicht mehr.

00:36:48: Ich

00:36:49: möchte einfach nicht diesen Druck immer haben.

00:36:53: Am Ende hab' ich eine Lohnliste die alle bezahlt werden muss und ich muss mir den Stress machen, dass sich alle Beschäftige.

00:37:01: Ich will es einfach nicht, ich schaffe das einfach nicht mehr.

00:37:04: Ich kriege die Krise weil man hat ja auch noch einen Partner und wenn es dann schon immer Stress gibt, weil man nicht in Urlaub fahren will, das wirst du auch kennen mit deinem Laden?

00:37:18: Ja, am Anfang habe ich das mal so gemacht und mittlerweile machen wir Betriebsferien drei Wochen zu und fertig, weil dann hat man Ruhe sonst geht das nicht.

00:37:27: Also wobei wir das nicht im Sommer können.

00:37:31: Wir machen schon einigermaßen zu, aber wir haben eben nicht nur Leute die mit dem Kindergarten oder mit der Schule zu tun haben, die anderen wollen dann anders wegfahren.

00:37:41: Aber ich habe das so durchgezogen.

00:37:44: Ich hab auch Leute, die jetzt keine Kinder haben, aber das weiß jeder und wissen von wann bis wann Betriebsferien sind.

00:37:51: Aber meine eigene Familie will ich in den Betriebsfällen fahren.

00:37:54: Das ist eigentlich mein Problem, das ist ganz blöd.

00:37:58: Ja ja und jetzt kommen wir eigentlich... Also ich habe das Gefühl, ich hab nicht mehr so viel Druck aber wir sind noch genug.

00:38:07: also die Lohnliste Ja, schon so dass man immer großen Respekt hat wenn der zwanzigste kommt.

00:38:17: Aber ich sag mal das ist mir auch mal so gegangen und ich kenne auch andere Kollegen wo es ähnlich war, weil man irgendwann gesagt ist Es ist einfach die Arbeit vom Verhältnis ja so viel mehr nochmal um dann muss man halt wirklich jeden Auftrag irgendwie gucken dass man den kriegt

00:38:32: ein

00:38:34: bisschen lockerer nicht ganz so viel Druck dahinter ist glaube ich dann auch ein bisschen Lebensgefühl.

00:38:39: Ja,

00:38:40: ich habe jetzt einfach das Gefühl Mensch ich muss nicht immer wenn irgendwas ist bis abends um neun oder so sondern... Ich möchte jetzt auch mal ein bisschen Luft holen und schauen wir einmal ob Amelie sich am Ende des Jahres für uns entscheiden würde.

00:39:00: Mal gucken!

00:39:01: Hast du das denn mal bereutig selbstständig zu machen?

00:39:06: Nein Trotz der

00:39:07: Arbeit und trotz der Kinder

00:39:08: dabei.

00:39:08: Nein, ich kann mir überhaupt diese Verknüpfung von der Keramik und dem Offenbau den Leuten immer mit Leuten zu tun, immer mit unterschiedlichen Bauherren oder auch unter sind ja mal oft Pärchen.

00:39:37: Das Gespräch mit Gurun war so interessant, das konnte ich doch nicht abwürgen.

00:39:42: Daher gibt es mal wieder zwei Folgen und in vierzehn Tagen geht es weiter!

00:39:47: Das solltet ihr natürlich nicht verpassen, daher folgen, liken teilen und wir haben ein Date

00:39:53: in zwei Wochen.

00:39:55: Vielen Dank

00:39:55: fürs Zuhören.

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