#32 Martin Bauer - vom Schreiner zum Exportexperten
Shownotes
Martin Bauer ist ein Mann der gerne polarisiert. Gerne tritt er ein wenig provokant auf um aufzurütteln und Dinge in Bewegung zu setzen.
Sein Weg vom Abiturienten, über ein Studium in Amerika mit Sportstipendium (Zehnkamp) über eine Schreinerlehre bis hin zum (wiederholten) Geschäftsführerposten bei Spartherm beinhaltet viele Anekdoten und interessante Wendungen, an denen er uns in dieser Podcast-Folge teilhaben lässt.
Da auch Martin sich nicht in eine Folge pressen lässt die Unterhaltung aber viel zu interessant war um sie abzubrechen, erfahrt Ihr noch mehr im zweiten Teil.
Ton und Schnitt: Frank Erlenkämper
Transkript anzeigen
00:00:04: Moin und hallo!
00:00:05: Herzlich Willkommen zu Get the Fire, dem GVOB Podcast.
00:00:09: Vom Ofenbau für den Ofenbau.
00:00:12: Und natürlich für die Freunde des Ofenfeuers und denen, die es noch werden wollen.
00:00:17: Mein Name ist Andreas Neuer und in mir brennt das Feuer für den Ofenbau seit vielen Jahren und ich habe es nie bereut den Beruf zu erlernen, um mich selbstständig zu machen.
00:00:27: Mit meinen Verbandskolleginnen und Kollegen mache ich mich stark für einen der ungewöhnlichsten Berufe den viele, vor allem junge Menschen, so gar nicht kennen.
00:00:36: Gemeinsam vertreten wir im GVUB, dem Gesamtverband Ofenbau, deutschlandweit die Interessen aus Handwerk, Handel
00:00:44: und Industrie.
00:00:45: Für mich ist es eine besondere, kreative und sehr individuelle Handwerkskunst, die eine Verbindung zur modernen Heiztechnik
00:00:52: schafft und
00:00:54: eine Verbindung
00:00:55: herstellt zwischen
00:00:56: den Menschen.
00:00:57: Denn jeder unserer individuellen Irfen hört zum Mittelpunkt des Wohnraums, und bringt Menschen zusammen.
00:01:04: Genau darum geht es in meinem Podcast.
00:01:06: Geschichten über die Feuerkunst erzählen und Menschen
00:01:10: über das Feuer zusammenbringen.
00:01:15: In der letzten Folge dieses Jahres habe ich Martin Bauer zu Gast.
00:01:19: Der Geschäftsführer von Spartherm tritt auch gerne mal etwas provokant und aufrottelnd auf, wenn sich Dinge seiner Meinung nach in die falsche Richtung
00:01:28: entwickeln.
00:01:29: Da es wieder passiert ist und sich auch das Gespräch mit Martin nicht in eine Folge pressen ließ, erfahrt ihr in diesem Teil von seinem Weg in die Ofenbranche.
00:01:38: Einem ersten Telefonat mit Herrn Rokossa und viele weitere Anekdoden.
00:01:46: Ja, wir sind heute nochmal wieder in Lüdinghausen und ich habe Martin Bauer zu Gast.
00:01:52: Ja, ich möchte fast sagen Urgestein der Branche.
00:01:54: Hallo Martin.
00:01:55: Danke dir.
00:01:58: Ich habe mir mal ein bisschen recherchiert und habe dann gesehen, du hast eigentlich mal mit Treppen angefangen.
00:02:03: Wie bist du denn dann, oder wie ist dein Werdegang?
00:02:05: Wie bist du in die Ofenbranche gelandet?
00:02:07: Ach, das ist, mein Lebenslauf liest ich ja eigentlich ganz stringent.
00:02:11: Das war nach der Motto Abitur, schreienerleere, Holstechnikstudium und wie auch immer.
00:02:17: Alles Zufall.
00:02:19: Alles Zufall.
00:02:20: Ich habe nach einem Abitur einfach keine Lust mehr gehabt zu lernen.
00:02:24: Und dann war ich im kleinen Ort.
00:02:25: Ich bin im kleinen Ort groß geworden mit twelvehundert Einwohnern.
00:02:28: Und dann habe ich mir gedacht, ja, machst eine Lehre.
00:02:30: Und dann gab es in dem Ort einen Schreiner, einen Zimmerer und einen Schlosser.
00:02:32: Und dann habe ich mir überlegt, Metall hast du noch nie gemocht, den Geruch von Metall und Pfeilen ist nicht dein Ding, das gequite.
00:02:39: Zimmermann ist dir zu grob, frag mal beim Schreiner nach.
00:02:42: Und tatsächlich war es so, dass er Platz hatte, wie auch immer, und dann habe ich einfach mal eine Schreinerlehre gemacht.
00:02:48: muss sagen, im Nachhinein, jetzt muss ich sagen, das war die beste Entscheidung meines Lebens, eine Lehre zu machen.
00:02:56: Mal Stift zu sein, heißt im Endeffekt zu
00:02:58: dienen.
00:03:00: Und ich werde nie vergessen, der Geselle war am Anfang ziemlich reserviert, weil ich hatte Abitur.
00:03:06: Und irgendwann habe ich ihn einfach gefragt, sage ich, Herr Zimmermann, so hießt er.
00:03:09: Herr Zimmermann, sagen Sie mal, ich merke, so ist irgendwie so eine bisschen Spannung da.
00:03:13: Und dann sagt er, ja, Du hast Abitur, wie auch immer ... Erzähl mal, ganz klar.
00:03:18: Sie sind Fachmann und Geselle in einem Handwerk.
00:03:20: Und ich hab keine Ahnung.
00:03:21: Ich bin Stift.
00:03:22: Und das akzeptiere ich.
00:03:24: Seit der Zeit alles Bestens.
00:03:26: Aber
00:03:27: heute noch, jetzt nach der langen Zeit, wenn du ein Handwerk gelernt hast, auch wenn du es nie ausgeübt hast, kannst du dir zu Hause immer helfen.
00:03:36: Egal, ob das Malerarbeiten sind, egal, was es ist,
00:03:40: du
00:03:40: weißt dir zu helfen.
00:03:41: Und ich muss sagen, ich bin heute noch froh, dass ich eine Lehre gemacht habe.
00:03:45: Und nach der Lehre ging es darum, was mache ich als Nächstes.
00:03:47: Ich habe Leichtathletik betrieben und habe dann das Glück gehabt, dass ich ein Stipendium bekommen habe, war anderthalb Jahre in den USA, habe dort Leichtathletik gemacht.
00:03:56: Also studiert habe ich nicht wirklich, ich habe ein paar Kurse gemacht und Englisch gelernt.
00:04:01: Und dann war natürlich die Frage, was machst du jetzt?
00:04:05: Und dann dachte ich mir, naja, jetzt kannst du Englisch, jetzt hast du eine Lehre, jetzt schreien er, jetzt studierst du.
00:04:10: Und dann studierste natürlich was, was sich da anbietet.
00:04:12: Und das ist Holztechnik.
00:04:13: Das ging damals nur in Rosenheim, Ingenieurstudium.
00:04:16: Und mein Ende wäre eigentlich gewesen in der Industrie für Holzverarbeitung.
00:04:22: Ob das jetzt Möbelbau, ob das
00:04:24: Tische-Schränke-Ikea-Spanplattenindustrie.
00:04:27: Egal was, nur gegen Ende des Studiums habe ich natürlich gemerkt.
00:04:32: Irgendwie so, so Ingenieursarbeiten in der Fabrik und da was Planen und Sägewerk oder egal, ist es nicht.
00:04:40: Okay.
00:04:42: Und bin ich auch noch nicht die letzte Prüfung geflogen haben und musste Geld verdienen.
00:04:46: und dann bin ich zu einer Treppenbauffirma gekommen in München, die ... hat Treppen produziert und auch vertrieben.
00:04:53: Und dort habe ich mit AutoCAD halt zur Standardisierung gemacht, weil das konnten wir vom Studium her.
00:04:58: Und irgendwann habe ich da was gemacht, wo der Chef dann sagte, sagen Sie mal, Herr Bauer, Sie haben das mal letzte Woche vor unseren Zimmerleuten vorgestellt.
00:05:06: Das haben Sie eigentlich gut gemacht.
00:05:07: Können Sie sich nicht vorstellen, den Vertrieb zu gehen.
00:05:09: Okay.
00:05:10: Ich sagte, nee, nie im Leben.
00:05:12: Vertrieb ist scheiße.
00:05:13: Und ich habe das nicht so deutlich gesagt.
00:05:15: Aber ich habe mich dann doch so eher als Ingenieur gesehen in meiner Ehe und Verkäufer galten so wie, naja.
00:05:23: Und dann sagt er, ja, das ist doch so ein technischer Beruf, wir haben technischen Vertrieb, wir haben Handwerker, sie haben Handwerk gelernt, es hat noch was mit Holz zu tun.
00:05:33: Und ich immer noch nicht so, dann bin ich das zweite Mal durch die letzte Prüfung geflogen und hatte, ja, ja, das war gar nicht so lustig und hatte dann wirklich, sagen wir mal, an der Fachhochschule, hätte ich noch eine dritte Chance gehabt.
00:05:45: Und
00:05:45: dann kam der Chef, das war ein cleverer Kerl, der hat dann zu mir gesagt, aber passen Sie auf, hier ist der Arbeitsvertrag.
00:05:51: Sie fangen bei uns im technischen Vertrieb an, egal wie Ihre Prüfung läuft, unterschreiben Sie hier.
00:05:59: Das war natürlich eine Sicherheit.
00:06:01: Dann bin ich in die Prüfen gegangen, habe mir zwei geschrieben, alles war gut.
00:06:04: Aber so bin ich eigentlich in den technischen Vertrieb gekommen.
00:06:07: Es hat dann noch was mit Holz zu tun.
00:06:08: Eigentlich hat mich das Holz immer begleitet, weil ich habe dann fünf Jahre in dieser kleinen Firma gearbeitet und das war auch wieder eine sehr gute Geschichte, weil ich habe alles gemacht.
00:06:18: Preislisten, ich bin mit dem Lkw auf die Messen gefahren, habe selbst aufgebaut, habe selbst verkauft, egal was es war, technische Lösungen mitentwickelt, Preise gestaltet, also die Pieke, also einfach mal das komplette Thema Marketingvertrieb in einer kleinen Firma.
00:06:35: Und nach fünf Jahren war es dann halt irgendwann mal so weit, dass ich gesagt habe, jetzt komme ich hier nicht weiter.
00:06:41: Ich hatte dann auch die erste Personalverantwortung gehabt mit zwei, drei Leuten.
00:06:46: Und dann habe ich so mich umgeschaut.
00:06:48: Und damals, das mag heute lustig klingen, damals gab es nur eine Zeitung, die interessant war für Stellen.
00:06:54: Und das war die süddeutsche Zeitung am Samstag.
00:06:56: Damals gab es noch kein Internet.
00:06:58: Also nicht in dem Sinne, dass man dort
00:07:00: Jobs gesucht hat.
00:07:01: Also musste man sich immer samstags die Süddeutsche kaufen.
00:07:04: Und dann waren da innen drin, ich glaube, dreißig oder vierzig Seiten Stellen anzeigen.
00:07:08: National.
00:07:10: Und irgendwann war da eine Anzeige drin, als eine von einer Firma in Bremen für moderne Baulimente, die auch wieder was mit Holz zu tun hatten.
00:07:18: Da heißt Holzfenster, Haustüren, Innentüren, das komplette Programm.
00:07:25: Und die haben ein Vertriebsleiter gesucht.
00:07:29: Long story short, ich bin dann zum Bewerbsgespräch eingeladen worden.
00:07:32: Ich hatte auch privat so ein paar Probleme in München und wollte aus München weg.
00:07:36: Und so bin ich nach Bremen gekommen und war eigentlich dann vier Jahre.
00:07:39: Was war ein weiter Weg von München nach Bremen?
00:07:42: Ich war ein halbes Jahr in New Zealand gelebt.
00:07:45: Ich habe anderthalb Jahre in Amerika gelebt.
00:07:47: Von daher war der Schritt jetzt von München nach Bremen.
00:07:50: Ja, ist das verschaubar.
00:07:52: Das ist vielleicht aber auch was für manche, wenn du was erreichen willst.
00:07:58: musst du flexibel sein.
00:07:59: Du musst sie bereit sein, dich zu verändern und kannst nicht sagen, naja, gut, im Umkreis von zwanzig Kilometern hat sich nichts ergeben und deswegen konnte ich nicht weiterkommen.
00:08:08: Also, wenn du heute weiterkommen willst, ja, ganz generell, dann musst du einfach flexibel sein, auch was den, sagen wir mal, den Wohnort angeht.
00:08:15: Ich halte das für eine Grundeinstellungssache und wenn ich so meine Frau sehe und mich, wir sind insgesamt gesehen, also bei ihr mit Studium, bei mir mit Studium und Welt und Tra-la-la Hauptsassade, zusammen sind wir thirty-four mal umgezogen.
00:08:29: Also ja, bis man halt irgendwann mal gesettelt ist und sagt, okay, da möchten wir bleiben.
00:08:34: Natürlich sind das auch kleine Umzüge innerhalb einer Stadt als Student.
00:08:38: Aber trotz dessen waren das vierunddreißig Buden, in denen wir gewohnt haben,
00:08:42: zusammen.
00:08:42: Also jetzt nicht immer gemeinsam, sondern so in unserer Beiderleben.
00:08:47: Und das ist etwas, was ich auch nicht missen möchte.
00:08:49: Aber deswegen möchte ich aber heute nicht mehr wissen, dass ich irgendwo ansässig bin.
00:08:55: Und dann geht es natürlich die Frage, die sich dann anschließt, wie bin ich eigentlich in die Branche gekommen?
00:09:01: Das war ja eigentlich deine ursächliche Frage.
00:09:04: Das war eigentlich auch wieder eine Geschichte.
00:09:07: Wir waren dann verheiratet.
00:09:08: Wir hatten unser erstes Kind.
00:09:10: Und der Fensterbranche ging es damals so an, so Ende ein, also zweitausend, zweitausend, eins nicht mehr so gut.
00:09:19: Das heißt, der Osten war so nach der Wiedervereinigung abgefrischt.
00:09:25: Also es waren Überkapazitäten, Preis, Druck, Preisverfall und so weiter und so fort.
00:09:31: Und da haben wir gesagt, okay, ich fang an, mich zu orientieren.
00:09:34: Und wir suchen eine Stelle entweder in der Nähe meiner Mutter, die lebt, also ich komme eigentlich aus der Pfalz in Süddeutschland, oder in der Nähe der Eltern meiner Frau, die aus Belen sind bei Warendorf, für diejenigen, die das nicht wissen.
00:09:48: Und so habe ich mich halt so, wenn ich Bewerbungen oder Anzeigen gesehen habe, immer so ein bisschen geschaut, könnte das auch so regional passen.
00:09:58: Und irgendwann war dann in der, das ist nicht nur die Süddeutsche, aber auch die Frankfurter.
00:10:03: Also Frankfurter und Süddeutsche waren eigentlich die beiden Magazinen.
00:10:06: Und irgendwann war in dem Frankfurter allgemeinen Zeitung eine Anzeige, dass ein... Ein Betrieb der Feuerungstechnik, genau das war das Wort Feuerungstechnik, sucht einen Vertriebsleiter zur eventuellen Nachfolgeregelung.
00:10:21: So stand das da drin.
00:10:23: Es stand aber keine, es stand keine Adresse drin, es stand kein Firmennamen drin, sondern nur Schifre.
00:10:28: Dann hab ich da hingeschrieben, weil das war Niedersachsen.
00:10:31: Niedersachsen ist zwar groß, aber könnte ja sein, dass das dann irgendwie passt.
00:10:37: Und hab dann halbis ja nichts gehört.
00:10:38: Ich
00:10:39: habe es schon total vergessen gehabt.
00:10:41: Und eines abends, das weiß ich noch wie heute, halb acht, ich glaube Donnerstags oder Freitas abends klingelt das Telefon.
00:10:47: Also Festnetz.
00:10:48: Ja,
00:10:52: okay.
00:10:55: Ja, okay.
00:10:56: Ja, okay.
00:10:57: Ja, okay.
00:10:58: Ja, okay.
00:10:58: Ja, okay.
00:10:59: Ja, okay.
00:11:02: Ja,
00:11:02: okay.
00:11:03: Ja, Herr Bauer, Sie hatten sich bei mir beworben.
00:11:06: Ich so ... Ich hatte zu dem Zeit einige Bewerberungen laufen.
00:11:11: Und das war ein halbes Jahr her.
00:11:12: Ich hatte keine Ahnung, weil das war auch Schifre.
00:11:14: Deswegen hat mir nicht der Name Rokossa überhaupt nichts gesagt.
00:11:17: Dann sag ich, Entschuldigung bitte, aber ich habe gerade keine Ahnung, welche Stelle es geht.
00:11:23: Ja, Sie haben sich doch bei mir beworben und dann hat der Rokossa angefangen zu erzählen.
00:11:28: Dann bin ich das erste Mal eigentlich auf das Produkt Kamin-Einsätze gestoßelt.
00:11:33: Ich hatte keine Ahnung.
00:11:36: Ja, glaub
00:11:38: ich.
00:11:39: Das ist noch viel besser.
00:11:41: Ich hatte gedacht, ich hätte keinen Kontakt gehabt damit.
00:11:44: So, auf jeden Fall haben wir uns dann halbe Stunde unterhaltscht, am Telefon, haben dann einen Termin ausgemacht, dass wir uns direkt betreffen wollten.
00:11:52: Und dann wusste ich auch, wie die Firma heißt.
00:11:54: Dann bin ich ins Damals, es gab schon Internet, also so ist es nicht, aber es war jetzt nicht so wie heute, dass man das per Smartphone... genutzt hat, sondern das war richtig schön, nicht mal Laptop, sondern schöner Rechner mit Bildschirm.
00:12:05: Und dann habe ich die Homepage von Spartam aufgerufen und die war damals ganz neu.
00:12:10: und damals war dieser Diva, ich weiß nicht ob die das was sagt, der Diva war dieses, der Runde-Kaminrufen auf dem Fuß mit zwei gewölbten Rundenscheiben, das Gerät-Vertrieber.
00:12:24: Das war noch animiert, also war damals der absolute heiße Scheiß.
00:12:30: Als Intro, erst mal so eine Animation macht man heute überhaupt nicht mehr, aber damals war das ganz, ganz, ganz wichtig.
00:12:38: Und ich dachte, wow, das ist ein innovatives Unternehmen.
00:12:41: Das ist ja geil.
00:12:43: Und dann fiel mir ein, dass ich Menschenkindern hier meiner Eltern zu Hause hatte einen Kachelofen.
00:12:51: Ich wusste aber nie, wer sowas
00:12:52: baut.
00:12:53: Ich hatte keine Ahnung, welches Handwerk.
00:12:56: hinter diesem Produkt
00:12:57: steckt.
00:12:58: Und die hatten, das habe ich mir dann natürlich auch mal angeschaut, der steht heute noch, die hatten Sommerhuberkaramik.
00:13:05: Mein Vater oder meine Eltern waren relativ religiös, das heißt oben war noch so ein Aufsatz, da ist so ein Aufsatz drauf mit vier religiösen Motiven.
00:13:14: grüne, grüne Kacheln waren das und beheizbar von der Küche mit dem gemauerten, mit dem gemauerten runden Feuerraum, sodass man da drin auch hätte Brot backen können.
00:13:26: Ich
00:13:26: wusste nicht, dass es das als Handwerk gibt.
00:13:29: Krass.
00:13:30: Naja und so kam das dann, das war ein Jahrzehnte, da war dann die Trennung gerade zwischen Waldemar.
00:13:36: unserem Vater und ich habe damals Herokosa gefragt, also Herokosa, ich bin Vertriebsmann, ich würde gerne wissen, wie viele Kunden haben sich, wie ist die Kundenstruktur und so weiter und so weiter.
00:13:46: Da kann ich ihn nicht sagen.
00:13:49: Und dachte, das ist natürlich für eine Entscheidung, um in eine Branche zu gehen, relativ wenig.
00:13:55: Klar war, das war ja damals getrennt zwischen Kaminsysteme und Feuerungstechnik.
00:14:00: Die Feuerungstechnik hat nur produziert und Waldemar hatte über die Kaminsysteme das ganze Produkt vertrieben.
00:14:06: Deswegen wusste Herr Rokosa natürlich nichts.
00:14:09: Und dann bin ich aber mit ihm durch die Firma und habe zwei oder drei Offensitzerbetriebe besucht, die ich kannte, besser gesagt, die ich mir rausgesucht hatte und habe einfach mal ein bisschen gefragt.
00:14:21: Und dann war mir eines klar, egal wie der Vertrieb ist, Egal was Walde mal gemacht hat, was er im Nachhinein betrachtet gut gemacht hat, aber das wusste ich damals noch
00:14:30: nicht,
00:14:31: weil ich keine Zahlen hatte.
00:14:33: Das Produkt ist gut, es hat Emotionen.
00:14:36: Was die Fenster, in denen ich vorher
00:14:38: war, nicht
00:14:38: unbedingt hatten.
00:14:39: Also es war ein emotionales Produkt, das Produkt ist gut.
00:14:43: Der Mann hat Willenskraft, der will was bewegen, das ist eine Chance.
00:14:49: Und dann bin ich, wenn ich heute darüber nachdenke, würde ich nie mehr machen, bin ich mit meiner Jugendfamilie, also meiner Frau und beim sechs Monate oder neun Monate alten Sohn, nach Bielefeld gezogen und habe am ersten Januar, zwei Tausend, zwei bei Herokosa angefangen.
00:15:04: Und jetzt, heute sage ich einfach, das ist ja mit Inhabern, hat nichts mit Herokosa zu tun, sondern einfach mit Inhabern.
00:15:09: Wenn du mit denen nicht klarkommst, ist das Leben kurz.
00:15:13: Das ist so.
00:15:14: In Konzernen kannst du dich irgendwie aus dem Weg in andere Abteilen.
00:15:19: Bei Inhabern gibt es nur eins, du verstehst dich und verstehst dich nicht.
00:15:22: Wenn ich mich mit dem Mann nicht verstanden hätte, wäre ich vielleicht ein Vierteljahr später da gestanden, mit meiner Frau in Bielefeld ohne Job und einem kleinen Kind.
00:15:31: Aber gut, weil man Junior ist, macht man so Sachen.
00:15:36: Ja,
00:15:36: so bin ich in die Branche gekommen.
00:15:38: Wahnsinn.
00:15:41: Ja, und damit bist du seit drei zwanzig Jahren schon im Offenburg quasi
00:15:45: drin.
00:15:46: Also deswegen darf man dann, glaube ich, auch an Wundestein
00:15:48: reden, oder?
00:15:49: Und
00:15:51: du bist dann irgendwann bei Spartan wieder weggegangen?
00:15:55: Ja, ich bin weggegangen.
00:15:56: Also nicht ganz freiwillig.
00:15:57: Also ich bin freiwillig.
00:15:58: Also ich habe es dann doch aktiv betrieben.
00:16:01: Es lag einfach daran, ich kann Herokosa immer noch verstehen.
00:16:04: Herokosa wollte immer, dass das Unternehmen weitergeführt wird und am besten natürlich von den eigenen Söhnen.
00:16:12: Mit Waldemar hat es nicht geklappt gehabt.
00:16:14: Ich will mir da gar keinen Urteil erlauben.
00:16:17: Und dann hat er natürlich einen zweiten Versuch gemacht mit Frank, mit seinem zweiten Sohn.
00:16:22: Und irgendwie hat das zwischen Frank und mir nicht funktioniert.
00:16:26: Ich will jetzt einfach mal so
00:16:27: sagen.
00:16:28: Und bevor sowas eskaliert, habe ich mir gesagt, ich suche mir einfach was anderes.
00:16:37: Weil gegen den Sohn des Inhabers, man lohnt sich nicht.
00:16:43: lohnt sich nicht und tut auch keinem gut und hab mich dann initiativ beworben.
00:16:48: und
00:16:48: da hat sich das im Endeffekt ergeben, dass die Firma Austroflamme einen Exportmanager gesucht
00:16:53: hat.
00:16:54: Dazu gehörte natürlich dann auch Deutschland, weil aus Österreich betrachtet ist Deutschland natürlich Export, aber natürlich auch viele andere Länder und habe dann gekündigt und bin in Frieden.
00:17:11: Also
00:17:12: Frieden gegangen, Herr Rokossa hat das immer bedauert.
00:17:15: Und ich habe heute noch, ich habe auch in der Zeit, als ich weg war, habe ich mich einmal im Jahr mit ihm getroffen, meistens an Weihnachten.
00:17:21: Und wir haben uns einfach dann nicht bei ihm in der Firma, sondern wir haben uns an meistens irgendwo getroffen, haben einen Kaffee getrunken und einfach ein bisschen
00:17:29: gesprochen.
00:17:30: Irgendwann war das bei Osterflamm dann auch so, dass, ja, es hat einfach nicht gepasst.
00:17:37: Trotz dessen muss ich sagen, ist eine gut geführte Firma, keine Frage.
00:17:41: Und dachte ich mir, ja, das ist natürlich jetzt auch Austroflamm, Österreich, zu Hause, alles drum und dran.
00:17:48: Wie wär's denn, wenn du wieder in die Nähe kommst und irgendwie kam dann plötzlich Herokosa und meint, der war, wir haben uns, was heißt plötzlich, wir hatten ja Kontakt.
00:17:56: Wir sagten, wir müssen uns mal sehen.
00:17:59: Und er sagt, ja, ich hab das ungefähr mal gekauft.
00:18:03: Im Endeffekt war das dann die Firma Drude und gesagt, er hätte gerne dort jemanden, die ihn erkennt und die ihm er vertrauen kann und der die Branche kennt.
00:18:13: und ob ich mir vorstellen könnte, dort die Geschäftsführung zu übernehmen.
00:18:18: Und ich habe mir das zu überlegen.
00:18:20: Es war gerade so der Zeitpunkt zwei, siebzehn, wo in Deutschland den Punto Gas, also richtig die Post, abgeht.
00:18:26: Und wo man wirklich gemerkt hat, Mensch, erstens mal, wie?
00:18:29: Technologie, die jetzt nicht nur Tru hat, sondern Gas ist wirklich was geworden, wo die Illusion des schönen Holzfeuers in der Zwischenzeit tatsächlich auch sichtbar
00:18:40: ist.
00:18:42: Da habe ich gesagt, manche ist eigentlich ideal.
00:18:44: Das ist eigentlich ideal.
00:18:46: Dazu kam, dass mein Sohn damals, mein zweiter Sohn, bei Dortmund angefangen hat, Fußball zu spielen.
00:18:52: Das heißt, der war in der U-Fünfzehn bei Dortmund, ist dann nach Dortmund gezogen.
00:18:57: Was heißt, mit Fünfzehn zieht man nicht nach Dortmund, sondern der ist in so einem betreuendes Wohnen dort.
00:19:02: Was aber ganz gut war, weil ich kam eigentlich, wenn ich nach Däuben gefahren bin, kam ich im Endeffekt fünf Kilometer an seiner neuen Wohnstätte vorbei.
00:19:10: Also das war so eine... Ja, so eine Sache, die sich ergeben
00:19:13: hat.
00:19:14: Und ja, so bin ich dein Geschäftsführer bei Droh geworden, hab das dann vier Jahre gemacht.
00:19:19: Bevor ich dann, weil Raymond Zandtinge war damals Vertriebsleiter gewesen, aber ... Im Endeffekt ist Herr Zandinger ein extrem gut vorbereiteter Mann gewesen für die Geschäftsführer-Position, vor allen Dingen ist er Holländer.
00:19:37: Das ist durchaus wichtig.
00:19:40: Deswegen haben wir das dann sehr schnell so geregelt, dass wir das gemeinsam gemacht haben.
00:19:44: Aber nach vier Jahren war einfach nicht die Notwendigkeit mehr da.
00:19:48: Kann diese Firma sehr gut alleine leiten, heute leitet er sogar noch viel mehr bei uns.
00:19:53: Und ich bin danach spart, habe zurückgegangen und habe dort den Export gemacht.
00:19:58: Und was ja immer mein Steckenpferd war.
00:20:00: Also sagen wir mal, ich habe damals schon ab zwei Tausend zwei, habe ich mit, ich glaube, wir haben mit drei Ländern Geschäfte gemacht am Anfang.
00:20:07: Das war Österreich, Polen und die Schweiz.
00:20:09: Das war eigentlich so, dass naheliegend, okay, Luxemburg glaube ich auch noch so ein bisschen, aber eigentlich richtig Export, gab es eigentlich nicht.
00:20:17: Und ich fand das aber immer spannend.
00:20:21: Und zu dem Zeitpunkt war es auch tatsächlich so, dass, sagen wir mal, die Branche insgesamt gesehen prosperiert hat.
00:20:27: Und sichtbares Holzfeuer war in Alarmunnen, nicht nur in Deutschland, sondern auch überall eigentlich.
00:20:35: Und man musste eigentlich gar nicht so viel tun.
00:20:38: Und ich habe das letztens mal wieder analysiert.
00:20:41: Die meisten meiner Exportkunden habe ich auf den ISHs, zwei Tausend, drei, fünf und sieben gefunden.
00:20:48: Und die habe ich teilweise heute noch.
00:20:50: Ja.
00:20:51: Und so kamen wir auch in Kontakt zu Dru.
00:20:53: Dru hat schon mit Spartherm seit dem Jahr zwei Tausend Sieben zusammengearbeitet.
00:20:57: Im Bereich dann also Kompetitionsgeschäfte, die verkaufen Spartherm-Kaminen sind, so können wir verkaufen Gasgeräte, so dass Dru jetzt, als Herr Okosa das gekauft hat, jetzt kein
00:21:08: Unbekannter war.
00:21:09: Ja, ja.
00:21:09: Und bei Dru war es einfach so, dass das zwei Inhaber waren, die keine Nachfolger hatten und wollten ausschalten.
00:21:16: Ja, ja.
00:21:18: Und da hat Herr Rokosa natürlich schon gesehen,
00:21:22: da
00:21:22: tut sich was, das ist die Zukunft, das hat eine große Zukunft, hat Geld in die Hand genommen und hat das einfach dann auf ein Angebot hin, also auf eine Anfrage hin gesagt, Mensch, das ist interessant, das mache ich.
00:21:35: Und das zeichnet ihn eigentlich heute noch aus, dass er, also heute ist vielleicht übertrieben oder hat ihn immer ausgezeichnet, dass er gesagt hat, Ist das ein Geschäft oder nicht?
00:21:48: Andererseits, heute auch immer gesagt, Herr Bauer, wir sind so, ich habe viel Geld verbrannt im Argument mit falschen Entscheidungen.
00:21:56: Aber ich habe es immer geschafft, mehr zu verdienen, als zu verbrennen.
00:21:59: Ja, das ist wichtig.
00:22:01: Unternehmertum.
00:22:02: Ja, ja.
00:22:03: Ja, ich sag mal, wenn man nix, heißt da was Unternehmen, also wenn man nix macht, kann auch nix passieren eigentlich.
00:22:08: Richtig,
00:22:08: genau.
00:22:08: Wie im Negativen, ja.
00:22:12: Gab ja dann immer die Spekulationen oder... was man so in der Gerüchteküche hörte, dass du eigentlich bei Droh geparkt warst, um Spartheam wieder irgendwann reinzugehen, aber diese Option da jetzt in die Geschäftsführung wieder reinzugehen, die hattest du damals
00:22:23: gar nicht.
00:22:23: Nein, es war damals gar nicht, also es war weder geplant noch die Absicht.
00:22:26: Das hat sich damals eigentlich so ergeben, dass, sagen wir mal, der Vertriebsleiter Export bei Spartheam entlassen wurde.
00:22:35: Ich eigentlich, oder nicht nur eigentlich, sondern ich war bei Dru über.
00:22:39: Ich habe natürlich eine wichtige Aufgabe, die ich in der ganzen Zeit bei Dru gemacht habe, war die Koordination zwischen den verschiedenen Kulturen, zwischen Spathem und Dru.
00:22:50: Synergieeffekte, weil Spathem hatte, Export, Dru hatte Export, wir hatten aber nicht unbedingt die gleichen Partner.
00:22:57: Kann man das nicht bündeln, kann nicht Spathem für Dru produzieren und umgekehrt.
00:23:03: Also alle diese Dinge habe ich koordiniert, weil ich die eine Firma natürlich schon sehr gut kannte.
00:23:08: Ich kannte Raymond Zanthing schon seit sieben.
00:23:12: Und kannte natürlich auch einige Leute bei Dru und so war das so eine Mitaufgabe, eigentlich die Hauptaufgabe für mich als Geschäftsführer war, die beiden Firmen enger zusammenzubringen und Synergien zu schaffen.
00:23:25: Und als dann im Endeffekt die Stelle frei wurde, hat man gesagt, okay, es macht eigentlich mehr Sinn.
00:23:32: Ein Geschäftsführer bei Truis ausreichend, der einen sehr, sehr guten Job dort macht.
00:23:35: Und dann kümmern Sie sich bitte wieder um den Export, was ich gerne gemacht habe.
00:23:40: Aber Geschäftsleitung ist immer so ein Thema.
00:23:45: Das mit vielen Verantwortung.
00:23:47: zu vielen sind sich eigentlich nicht bewusst, was es heißt, Geschäftsführer.
00:23:51: Also viele streben das an.
00:23:52: Aber wissen natürlich auch nicht, was für eine Verantwortung das ist.
00:23:56: Ich spreche gar nicht von Arbeitszeiten und von Belassen.
00:23:59: Ich spreche einfach auch von Risiken.
00:24:01: Und ich habe mir einfach zu dem Zeitpunkt gesagt, gut, du warst.
00:24:04: Ich war keine Zehn-Jahre-Geschäftsführer bei Spathem.
00:24:07: Die ersten zwei Jahre war ich Vertriebsleiter.
00:24:09: Ich glaube, acht Jahre war ich Geschäftsführer bei Spathem.
00:24:11: Da waren dann vier Jahre.
00:24:13: Bei Austroflam war ich Vertriebsleiter.
00:24:16: Und bei Drew war ich dann wieder Geschäftsführer.
00:24:18: Und dann habe ich gesagt, so jetzt ist auch gut.
00:24:21: Ich will eigentlich das machen, was ich ... von Herzen her eigentlich am liebsten gemacht habe.
00:24:25: Ich möchte wieder in den Export.
00:24:27: Das hat aber jetzt nicht viel mit Reisen zu tun, weil Reisen, das ist interessant, wenn man jung ist.
00:24:32: Wenn man älter wird, ist Reisen einfach nur nervig.
00:24:35: Also Flughäfen, Wartezeiten, Verzögerungen, wie auch immer Hotels.
00:24:38: Das ist mal am Anfang prägt, denn irgendwann ist es eigentlich nur nervig.
00:24:42: Was ich
00:24:43: immer faszinierend fand, ist, sagen wir die Menschen.
00:24:47: Ja.
00:24:48: Die verschiedenen Kulturen.
00:24:50: Warum kaufen die welche Produkte?
00:24:52: Welche Produkte können für die spannend sein?
00:24:54: Und eine Sache, die total faszinierend fand, ist, dass, bevor das ganze Thema mit Ukraine und wie auch immer überhaupt losging, eigentlich war das vor kurz vor Covid, Covid-IX, hatten wir eine russischsprachliche Schulung bei uns in Melle.
00:25:12: Okay.
00:25:13: Da waren, also bei Jana.
00:25:16: Ukraine, Russen, Weißrussen und Garen, die ehemaligen Länder, die also noch russisch verstehen.
00:25:24: Es war eine russischsprachige Schule und wir hatten sie alle da.
00:25:28: Wir hatten ein Heidenspaß.
00:25:31: Alle haben sich verstanden, weil sie eine Basis hatten und das war die Liebe zum Holzfeuer.
00:25:37: Und das hat mir so, ich saß da, ich weiß das noch wie heute, wir saßen abends da im Weberhaus oben, das ist so ein gemütliches Gasthaus in der Nähe von Melle.
00:25:45: Und haben da gefeiert und getrocknet, dann habe ich festgestellt, es sind nicht Menschen, die Probleme miteinander haben, es sind Politiker, Ego-Mahnen und Alphatiere.
00:25:55: Aber Menschen, ob das jetzt Russen und Ukraine und Weißrussen sind oder wie auch immer, oder Aserbaidjana, wie auch immer, mit Armenien, Menschen verstehen sich.
00:26:06: Man muss sie nur lassen.
00:26:09: Und das ist eigentlich das, was so den Expert ausmacht.
00:26:12: Natürlich ist es auch da so, dass es ... Du kannst es wie in Deutschland auch, du kannst es nicht planen.
00:26:20: Du hast einen Importeur, der hat sein Laden im Griff, vier Jahre prospiriert, wie auch immer, dann lässt er sich oder seine Frau sich scheiden.
00:26:28: Er hat das andere im Kopf und deine Umsätze fürs nächste Jahr sind kaputt.
00:26:33: Passiert.
00:26:33: Klar.
00:26:35: Das ist einfach, das sind menschliche Dinge, aber das macht das Ganze natürlich auch nie langweilig.
00:26:40: Ja, passiert auch was.
00:26:41: Und von daher habe ich Also, wenn du was bewegen willst, musst du das zwischen dreißig und fünfzig machen.
00:26:51: Danach, ja gut, schieben dich zwar viele schon aufs alte Eisen, das stimmt zwar nicht, aber du wirst ruhiger und sagst, okay, ich brauche jetzt nicht noch einen Karriere-Schritt.
00:26:59: Ich will eigentlich das machen, was ich am liebsten mache.
00:27:03: Und am liebsten habe ich festgestellt, ich mache am liebsten Vertrieb im Export.
00:27:08: Und deswegen habe ich gern gesagt, das will ich machen, mehr will ich nicht.
00:27:12: Das war's.
00:27:14: Jetzt hast du mit Holländern eng zusammen gearbeitet, mit Österreich und mit Deutschen.
00:27:20: Gibt es irgendwelche Besonderheiten, wie man sich dann anders verhalten muss?
00:27:24: Oder gibt es wirklich entsprechend große Unterschiede zwischen den verschiedenen Nationen?
00:27:28: Ja,
00:27:29: also es ist wirklich faszinierend.
00:27:31: Man sagt, Mensch und Kinder, ihr seid euch so nah, ihr sprecht, also zumindest bei den Österreichern, die gleiche Sprache.
00:27:36: Und viele Hollenden sprechen auch Deutsch, was ja schon mal interessant ist.
00:27:40: Fast jeder Holländer versteht Deutsch, aber kein Deutscher versteht Hollandisch, außer jetzt vielleicht im Grenzbereich, das ist natürlich auch mit dem Blattdeutsch, ist das so ein bisschen einfacher, aber so ganz grundsätzlich.
00:27:53: was zum Beispiel so interessant und schön ist, ist, dass die Österreicher zum Beispiel wenig konfrontativ sind.
00:28:00: Okay.
00:28:00: Das heißt, ich war mal auf der Messe bei Sommerhuber, wir haben ja früher viel mit Sommerhuber gemacht, dann kam einer und hat mir erzählt, ja, und bei dem Gerät und wie auch immer ist das und das und das, aber alles in einem sehr freundlichen, sehr heiteren Ton.
00:28:15: Ich habe das gar nicht ernst genommen.
00:28:16: Ich dachte, naja, es ist ein Messegespräch wie auch immer, bis ich danach mit Herrn Holzapfel, dem sie eine gute Beziehung haben, immer noch, und den ich auch sehr schätze, gesprochen haben, und sagen, ja, da war der und der, wie auch immer, gesagt, oh ja, das ist ein böser Fall, da geht es um zwanzigtausend Euro, und wie auch immer, und ich sage, das habe ich jetzt überhaupt nicht verstanden.
00:28:35: Also, das ist irgendwie so dieses, das ist so ein bisschen weichel, notcherlos, easygoing, obwohl das Tod ernst war.
00:28:42: Und ich habe es echt nicht gemacht.
00:28:45: Und die andere Seite ist dann zum Beispiel die Holländer.
00:28:48: Bei den Holländern ist es tatsächlich so, dass die Holländer zum Beispiel keine Titel akzeptieren.
00:28:55: Die Deutschen sind ja immer noch so ein bisschen oberigkeitshörig.
00:28:57: Also ich will das jetzt nicht zu weit ausführen.
00:29:01: Bei uns Deutschen zählt immer noch der Titel, Geschäftsführer oder irgendwie zählt was, auch in Österreich.
00:29:07: Also das ist noch so eine nette Geschichte.
00:29:09: Ich hab mich ja immer gefragt, warum ich Ingenieur geworden bin.
00:29:11: Bis ich im Treppenbau war und der erste Österreicher mich anruft und sagt, Grüß Gott, Herr Diplom-Ingenieur-Bauer.
00:29:18: Und ich so, jetzt weißt du, warum du studiert hast.
00:29:24: Und die Hollen, das ist gar nicht komplett anders.
00:29:26: Die Hollen interessiert das überhaupt
00:29:28: nicht.
00:29:28: Okay.
00:29:29: Und ich werde nie, ich werde, ich werde, dann gibt's so eine nette Geschichte, dass der Einkaufschef, der Einkaufschef von Tru, wollte eine Kassette, wollte eine Kassette neu bauen lassen für die Geurtsholzbrand.
00:29:41: Und hat natürlich drei Hersteller angefragt, Einkaufspreise.
00:29:46: Dann haben zwei ihren Preis abgegeben, aber Herr Rokosa nicht.
00:29:49: Und dann sagt Herr Rokosa zu mir, Herr Bauer, kümmern sich mal drum, ich will mal wissen, wie die anderen angeboten haben.
00:29:56: Dann gehe ich zu unserem Einkaufsschiff und sagt, du gib mir mal bitte die zwei Preise, Herr Rokosa, dein Inhaber möchte wissen, ah, ne?
00:30:04: Ne?
00:30:05: Dann sag ich, wie ne?
00:30:08: Ja, das ist eine Ausschreibung und wir wollen der Beste, der das Beste angeboten macht, soll den Auftrag geben.
00:30:15: Du weißt schon, dass Herokosse dein Inhaber ist.
00:30:18: Sagt er, ja, aber ich bin Einkäufer bei Druck.
00:30:23: Das kann man jetzt irgendwie so respektlos finden, aber es ist überhaupt nicht respektlos gemeint.
00:30:28: Das ist einfach professionell.
00:30:31: Das war einfach professionell.
00:30:32: Er hat gesagt, okay, ich muss doch schauen, dass ich das Produkt zu einem entsprechenden Preis, was gut ist für Druck, Was er jetzt nicht bedacht hat, ob das jetzt intercompany in der Holding Sinn macht hier, auch wenn es nicht der beste Preis, aber ganz grundsätzlich, war ihm das total egal, ob das der Geschäftsführer oder der Inhaber ist, er hat seinen Job gemacht.
00:30:54: Und das ist in Holland so eine generell so, dass im Endeffekt Titel interessieren keinen.
00:31:00: Das heißt, was interessant ist, ist die Leistung.
00:31:03: Das heißt, in Deutschland kannst du, ich bin jetzt mal ein bisschen, ein bisschen groß, kannst du ein Idiot sein, wenn du Geschäftsführer bist, hast du immer noch was zu sagen.
00:31:13: Wenn du in Holland ein Idiot bist, dann bist du Geschäftsführer, bist du tot.
00:31:19: Also es ist ein bisschen größer, aber im Endeffekt ist es tatsächlich so.
00:31:22: Und ich finde diese grundsätzliche Einstellung, das hat nichts damit zu tun, dass die keinen Respekt haben, sondern die sind sehr freundlich.
00:31:30: Aber auch sehr, sehr klar, wenn es um solche Dinge geht.
00:31:34: Und da muss man sich erst dran gewöhnen, weil als Deutscher so.
00:31:37: am Anfang denkt man so, oh mein Kind, das ist aber eine harsche, also eine harsche Geschäftsmethoden hier.
00:31:43: Aber im Endeffekt weiß man immer sehr klar.
00:31:46: Woran man ist?
00:31:48: Und deswegen gibt es tatsächlich, also sehr, sehr viele Unterschiede.
00:31:52: Und die werden natürlich umso extremer, wenn man natürlich aus dem, ich sag jetzt mal europäischen Kulturraum rausgeht, geht dann nach Asien oder selbst auch USA, Russland oder wie auch immer, dort wird das Ganze noch spannender.
00:32:05: Aber da ist es natürlich auch wieder so, dass wir Deutschen, warum auch immer, so eine Tendenz haben, oh, wir gehen nach China.
00:32:13: Wir müssen jetzt erst mal ein Buch lesen, wie man sich da verhält, damit man nicht auffällt.
00:32:18: Und da muss man sich manchmal fragen, machen andere das bei uns auch so?
00:32:22: Oder sind sie einfach so, wie sie sind?
00:32:25: Und ich glaube so, dass Mittelmaß ist okay.
00:32:28: Man muss nicht unbedingt jedes Fettnäpfchen mitnehmen, weil man möchte ja Aufträge machen.
00:32:33: Das heißt aber auch nicht, dass man seine eigene Kultur verleugnen
00:32:37: muss.
00:32:38: Und einer, der in China im exportätlich ist oder mit fremden Kulturen zu tun hat, der weiß das auch, dass vielleicht ein gewisses Verhalten jetzt nicht unbedingt chinesisch ist, aber trotzdem ist es nicht böse gemeint, weil er kommt aus dem anderen Kulturraum.
00:32:55: Und so
00:32:55: lernt man natürlich immer wieder dazu.
00:32:58: Ich hätte das zum Beispiel in Südkorea, da gab es so ein paar Reklamationen, bla, bla, bla.
00:33:02: Und ich hatte natürlich eine Übersetzerin dabei,
00:33:04: weil
00:33:05: mit dem Englisch das war bei dem Inhaber nicht ganz einfach.
00:33:10: Ich habe ihr vorher schon gesagt gehabt, Sie übersetzen bitte was ich sage und vor allen Dingen auch von der Tonalität, wie ich es sage, weil da ging es um ein paar unberechtigte Rectamationen.
00:33:21: Ich habe aber genau gemerkt, dass das nicht funktioniert.
00:33:24: Obwohl ich kein koreanisch verstehe, habe ich gemerkt, dass sie einfach
00:33:28: als Frau
00:33:30: nicht die Position hat in Korea, einem Inhaber, etwas zu sagen, wie ich es ihm gesagt habe.
00:33:38: Sie hat das immer dann so diplomatisch, unterwürfig, verbremt, transportiert.
00:33:45: Und ich habe natürlich auch in der Antwort gemerkt, dass da was gerade gar nicht funktioniert hat.
00:33:51: Also ich finde es im Nachhinein als schöne Dinge, die einfach den Spaß an der Sache da mal so geben.
00:33:59: Es macht einfach Spaß.
00:34:02: Wahnsinnig vielfältig.
00:34:03: Also es gibt diese Unterschiede und man sollte sie
00:34:07: akzeptieren.
00:34:09: Man sollte sie auch vielleicht lernen.
00:34:11: Das heißt aber nicht, dass man sich unbedingt anpassen sollte.
00:34:15: Man sollte immer versuchen, den anderen jetzt nicht zu offensiv entgegen oder beleidigend aktiv entgegenzutreten.
00:34:24: zumindestens aber auch nicht unterwürfig und nach dem Motto, ich pass mich jetzt total an.
00:34:28: Das ist so diese Balance.
00:34:30: Jeder hat seine Kultur, jeder hat seine Vergangenheit und das so kann man durchaus merken.
00:34:37: Du hältst tolle, motivierende Vorträge.
00:34:40: Ich habe das in Linstuhl letzte Mal wieder erleben.
00:34:43: Übrigens, was du wieder vorhin was gesagt, was du mal vor, ich glaube, zwanzig Jahren, hätte ich was gesagt, gefühlt, bin ich bei dir mal bei einer Fortbildung gewesen und da hast du auch von dem Dienen gesprochen.
00:34:53: Von dem Dienen?
00:34:55: Von dem Dienen.
00:34:56: Da hast du gesagt, dass man... ...durchaus sagen kann, ich habe meinem Kunden gedient.
00:35:01: Ja, richtig.
00:35:01: Das hat nicht unterwürfig zu tun.
00:35:03: Ja, genau.
00:35:04: Und seitdem schreibe ich in meinen Briefen und ... ...in der Hoffnung, ihn gedient zu haben.
00:35:08: Nein, doch.
00:35:10: Ich habe mich in meiner Lehre mal gelernt und habe gedacht, nee, das ist veraltet.
00:35:13: Und seitdem habe ich das wieder drin.
00:35:15: Also insofern, das hat ja gar nicht wirklich was mit dem Ofen zu tun gehabt.
00:35:18: Und das ist das, was ich bei dir meistens erlebe, wenn du Vorträge hältst.
00:35:21: Dann erzählst du uns eigentlich nicht was über Feuer oder ähnlichem, sondern eigentlich so um das Ganze drum herum.
00:35:27: Ja, das ist eine spannende Frage.
00:35:29: Warum mache ich das?
00:35:31: Also erstens mal zu dem Dienen.
00:35:35: Und da komme ich nur mal zurück, was ich am Anfang gesagt habe, die Lehre.
00:35:39: Die Bereitschaft zu dienen.
00:35:40: Ich bin Stift und kann nichts und arbeite mit Leuten, die zwar jetzt nicht die geistige Ausbildung haben, die aber eine handwerkliche Ausbildung haben und können mehr als ich.
00:35:50: Also muss ich ja bereit sein zu dienen, ansonsten lerne ich nichts.
00:35:54: Und ob man das jetzt bei der Bundeswehr lernt oder in der Lehre lernt oder im Sozialdienst lernt, ich glaube es ist eine grundsätzliche Erfahrung, die im Leben Hilft und wenn du später mal Chef sein willst, musst du selbst mal gedient haben.
00:36:09: Das ist meine innere Überzeugung.
00:36:10: Weil dann gehst du mit manchen Dingen noch anders
00:36:13: um.
00:36:14: Und deswegen halte ich dienen und das Wort Dienstleistung.
00:36:18: Kommt ja auch von Dienen.
00:36:20: Und ein zweites schönes Wort, was ich gerne habe, ist Demut.
00:36:24: Weil ja auch Demut, sagen wir mal, etwas ist, was in Deutschland so, oh, der ist demütig.
00:36:28: Das ist gleich unterwürfig.
00:36:31: Eigentlich heißt Demut nichts anderes, den Mut haben zu dienen.
00:36:36: Ja, okay.
00:36:37: Den Mut haben zu dienen.
00:36:39: Das heißt, ich gebe meine Persönlichkeit nicht auf.
00:36:42: Ich bin nicht unterwürfig, aber ich habe den Mut zu dienen, weil ich etwas von dir will.
00:36:48: Und
00:36:48: das versuche ich bei uns in der Firma immer wieder zu sagen, passt mal auf, der Offensitzer dient dem Endkunden.
00:36:56: Und wir dienen dem Offensetzer oder dem Großhandel, weil er wiederum entscheidet, ob er das Produkt bei uns oder bei einem anderen kauft.
00:37:05: Das ist keine Selbstverständlichkeit.
00:37:07: Und wir sind kein Monopolist wie Velux, der sagt, ja, ich könnte einfach jetzt sagen, weißt du was, ohne mich geht's nicht.
00:37:15: Nur, da kommt auch so ein ganz alter Spruch, den mir mein Geschäftsführer im Bremen gesagt hat, er sagt, Herr Bauer, ein Vertrieb, der für einen alleine läuft.
00:37:25: verläuft sich von alleine.
00:37:27: Nimm also nie etwas, als die können ja gar nicht anders.
00:37:32: Das ist arrogant.
00:37:34: Und ein Vertrieb, der von alleine läuft, ist die größte Gefahr.
00:37:37: Weil er führt zu Überheblichkeit, zu arrogant und wir müssen uns die Metrum kümmern und wie auch immer.
00:37:45: Das recht sich, nicht kurzfristig, aber langfristig.
00:37:49: Und jetzt zurück zu den Vorträgen.
00:37:53: Wir haben natürlich auch bei uns im Haus und zwei Leute die Fachvorträge halten, es ist Dr.
00:37:56: Schmatloch, der natürlich auch viel beim HKI-Verband, der ist in europäischer Ebene, ist er, also sagen wir mal, dabei, wenn es um Normierungen geht und der macht eigentlich mehr so Fachvorträge über Normierung und diese Themen.
00:38:12: und da haben wir noch den Peter Lassen, ausgezeichneten Gasspezialisten, der auch mal über Gas referiert bei verschiedenen Dingen.
00:38:19: Ich habe das, glaube ich, nur einmal gemacht mit einem meiner Lieblingsthemen, wo ich mich bei Austerflamm anderthalb Jahre mit beschäftigt habe, das war Hübert Kausten.
00:38:28: Wo mir auch wiederum Leute, die selbstlos sind, geholfen haben, zum Beispiel möchte ich da ganz explizit den Hendrik Schützer nennen, der über Hübert Kausten damals schon mehr wusste, als ich heute weiß.
00:38:41: Aber ich habe es halt versucht.
00:38:43: dieses alte Wissen über Hypokausen zu sammeln, also mit dem alten Buch von Madhouse und ich habe mich mit zehn verschiedenen Ofensitzern getroffen und versuch dieses Wissen und Nichtwissen, meistens was Nichtwissen, über Hypokausen zusammenzuführen.
00:38:57: Und Henrik war da schon viel weiter, weil ich ihn viel später getroffen habe, der hatte sogar ein Berechnungsprogramm dafür schon entwickelt und muss sagen, ich halte Hypokausen immer noch für eine Möglichkeit einen einfachen Speicherofen zu bauen ohne... Züge und wie auch immer, sondern mit einfachen Mitteln.
00:39:14: Einen Speicherofen zu bauen, der jetzt kein Langzeitspeicher ist, sondern ein bisschen Wärmespeichert und der ist ohne mechanische Hilfsmittel.
00:39:24: Und das wäre für unsere Spranche eine echte Zukunft.
00:39:27: Ich habe dann auch irgendwann mal, ich glaube insgesamt, über dreihundert Ofenbaubetriebe in Deutschland, über die Hague und andere Dinge in Kippocausten geschult.
00:39:35: Ich habe selbst, ich glaube, zehn Kippocausten mitgebaut in Ausstellungen, um das auch wirklich Nicht zu becherrschen, aber zu können.
00:39:44: Aber die wenigsten Ofenbauer nutzen die Chance, die Hypokausten anzubieten.
00:39:48: Wobei ich immer gesagt habe, wenn Hypokauste kostet, eigentlich eine einfache Hypokauste kostet nicht viel mehr wie ein Warmluftofen.
00:39:54: Aber du kannst die viel teurer verkaufen.
00:39:58: Also dein Beispiel.
00:39:59: Aber jetzt zurück zu dem Thema Fachverträge.
00:40:02: Ja, in dem Bereich habe ich das mal gemacht, aber ich glaube manchmal, dass es viel wichtiger ist, Kunden... oder der Branche manchmal auch so ein bisschen den Spiegel vorzuhalten.
00:40:14: Gewisse Dinge anzusprechen, die vielleicht auch provokativ sind.
00:40:18: Ich weiß auch nicht, ich habe einen Lindstrommandsatz gesagt, der wird mir heute noch vorgehalten.
00:40:21: Sag mal, macht euch keine Sorgen, Produkte finden den Weg in den Markt, ob mit euch oder ohne euch.
00:40:28: Ein Riesen-Skandal.
00:40:29: Aber im Endeffekt ist das nichts anderes als eine Weisheit, wenn ein Produkt gut ist und der Endkunde es will.
00:40:36: dann
00:40:36: kommt es in den Markt.
00:40:37: Das ist so einfach, so einfach ist das.
00:40:39: Aber das wurde natürlich dann wieder interpretiert.
00:40:42: Was macht Spartherm?
00:40:43: Was haben die vor?
00:40:44: Gar nichts.
00:40:45: Das geht einfach nur darum, gewisse Dinge einfach mal anzusprechen.
00:40:51: Und wer macht das Spaß?
00:40:52: Auch mal vielleicht jetzt nicht.
00:40:53: des Spaßes wegen, sondern einfach, weil ich schon glaube, dass ich hinter der Branche stehe und gewisse Dinge sehe, die falsch laufen.
00:41:03: Wo ich einfach mal ein bisschen aufregen will.
00:41:05: Und leider muss ich sagen, dass es, ob das Tittyssee, ob das da mal mal Linsto ist oder ob das, sagen wir mal, paar Tölz ist, Oder jetzt die neue Veranstaltung, die es dieses Jahr das erste Mal gab, vom GVB zusammen mit euch hier in der Mordrhein-Westfalen.
00:41:26: Die Vorträge sind oftmals nicht spannend genug.
00:41:29: Okay, das liegt natürlich auch oftmals daran, dass Techniker vortragen, die jetzt nicht unbedingt ... Ja, sagen wir mal, die gewöhnt sind, vor Publikum zu sprechen.
00:41:40: Nur
00:41:42: das Niveau der Beiträge ... lässt natürlich nach.
00:41:47: Das hat jetzt gar nichts damit zu tun.
00:41:48: Jetzt könnte ich jetzt wieder hier interpretieren.
00:41:50: Na ja, gut, der Bauer hat gesagt, dass das Niveau der Beiträge nachlässt, weil es keine guten Leute gibt.
00:41:54: Das stimmt gar nicht.
00:41:55: Es ist einfach so, dass es gar nicht so viele neue Sachen gibt.
00:41:58: Das ist eigentlich das Problem.
00:42:00: Und dann wird halt irgendwas.
00:42:02: Letztes Jahr in Lindstor war das große Thema Hybridetechnik.
00:42:06: Immer mit drei Vorträgen, die Einbindung von Wärmepumpen und Kaminöfen und so weiter und so fort.
00:42:14: Ich persönlich sage Einbindung, also meine persönlichen meine können mich eigentlich wieder für Kreuzigen, ich sage Schaff ein autarkes System.
00:42:23: Ja.
00:42:24: Also ich weiß das noch als der Fertigungstechnik, also vom Studium, das war ein Satz, den ich nie vergessen werde von unserem Professor für Fertigungstechnik, hat gesagt, passen Sie auf, Sie können alles miteinander verknüpfen.
00:42:33: Und dann schmeißen Sie vorne einen Baumstern rein und hinten kommt der Tisch raus.
00:42:38: Wenn das funktioniert, genial.
00:42:41: Wenn ein Motor, ein Relay, Nicht funktioniert, steht ihre ganze Anlage.
00:42:47: Also überlegen Sie sich, ob Sie alles miteinander verknüpfen wollen.
00:42:51: Das kann sehr teuer
00:42:51: werden.
00:42:53: Und deswegen sage ich heute, trotz Busstechnik und allem, was es im Haus gibt, was passiert, wenn der Strom ausfällt.
00:43:03: Für uns ist Strom selbstverständlich.
00:43:04: Ich habe seit zwanzig Jahren keinen Stromausfall mehr mitgekriegt.
00:43:07: Die meisten Deutschen geht es auch so.
00:43:08: Also wir haben hier in Lüdinghausen... ... um da reinzusetzen.
00:43:11: In diesem Jahr ... ... viermal Stromausstunde gehabt, ... ... die länger als die Stunde gehört haben.
00:43:17: Und zwar innerhalb von, ich glaube, sechs Wochen ... ... und immer unterschiedliche Ursachen.
00:43:21: Aha!
00:43:22: Also von durchtrenntem Kabel, über dem Berg, im Werk etc.
00:43:27: Und die Leute verlassen sich so auf den Strom und sagen, die Bude ist ja warm.
00:43:31: Und wenn sie alles miteinander verknüpfen, die Wärmepumpe und dann von der Wollteig und noch was wie die Wasseranlage, die auch wieder eine Pumpe braucht und wie auch immer, und dann wundert sie sich, wenn der Strom weg ist, oh Scheiße, meine Bude ist trotzdem kalt.
00:43:43: Und deswegen sage ich, ganz einfach, bau dir eine Kaminanlage.
00:43:49: die ohne Strom geht, auch wenn die Abrandsteuerung diesen ja so gebaut, dass es auch ohne geht, bei Wasseranlagen wird es ein bisschen schwieriger.
00:43:59: oder einen einfachen Kaminofen, aber versuchen nicht alles miteinander zu verknüpfen.
00:44:03: Erstens mal kostet es Heidengeld und der Vorteil, den du davon hast, könnte eventuell auch ein Nachteil sein, wenn der Strom weg ist.
00:44:11: Und unsere Stromnetze in Europa sind im Endeffekt so miteinander verknüpft, dass man jetzt in Spanien gesehen hat.
00:44:18: Wenn da irgendwo was passiert, dann kann auch mal schnell zwei, drei Tage Stillstand sein.
00:44:23: Und dann ist man schon froh, wenn man einfach nur einen Ofen hat, wo ein Paolscheiter reinschmeißt.
00:44:29: Deswegen bin ich jetzt nicht unbedingt so technikverliebt und sage, ich muss jetzt da hybride Techniken, die miteinander verwoben sind und muss nicht sein.
00:44:37: Also doch mal nicht wegen, habe ich jetzt zum Beispiel auch vorgeschlagen, in Linsdorn Vortrag zu halten, wie hat sich das Verhältnis zwischen Produzent und Kunde als Ofensensor, wie hat sich das verändert?
00:44:52: Weil ich einfach glaube, dass man so gewisse Dinge ansprechen muss.
00:44:56: Ich will jetzt da nicht vorgreifen.
00:44:57: Aber das hat natürlich auch wieder nichts mit einem Fachthema zu tun.
00:45:02: Nur, wie funktioniert unsere Branche?
00:45:06: Unsere Branche funktioniert über Beziehungen.
00:45:09: Der Offensetzer entscheidet, was ich verkaufe.
00:45:11: Wenn ich den Außendienst von Sparthemmlich mag, dann verkaufe ich einen Brunner, weil ich den Außendienst mag.
00:45:18: Der Endkunde weist das oftmals gar nicht.
00:45:21: Aus dem Grund geht es natürlich um positive Stimmungen.
00:45:24: Und ich glaube, wenn wir zwei Leute haben mit Dr.
00:45:26: Schmattler und Peter Lass die Fachvorträge halten und ich dann mal was über die Branche sage, dann hoffe ich mal, dass die Mehrheit sich nicht... beleidigt fühlt sondern vielleicht angeregt fühlt und positiv zu spartem steht und eventuell über dieses nachdenken dazu kommt zu sagen ja spartem ist eine gute firma das ist eigentlich so der grund oder die erklärung.
00:45:53: also wie gesagt mich ich finde sie immer sehr sehr Aufrütteln?
00:45:57: Also ich sage, wie du das schon gesagt hast, wenn dann der dritte Techniker und das man nicht wirklich nicht böse, was erzählt hat, was man vielleicht aber auch schon mal gehört hat und ja, dann ist das schon mal ganz gut, wenn noch was zum Auflockern dazwischen ist.
00:46:08: Definitiv.
00:46:09: Das freut mich.
00:46:11: Ich habe bei dir gelesen, da steht drin, der Versuch zählt nichts, es zählt nur das Ergebnis.
00:46:17: Es kommt eigentlich von Alva Edison, der die Glühwein erfunden hat, wobei man heute nicht ganz genau weiß, ob er sie nicht doch die Idee geklaut hat, aber die Historie in der Historie verbremt sich dann doch so manches.
00:46:30: Und der hat einfach, das stimmt tatsächlich, der hat tausende von Materialien versucht, diesen Glühfaden, dass der stabil bleibt und dass der nicht durchknallt, tausende von verschiedenen Materialien.
00:46:41: Und ganz zum Schluss war es eigentlich nur das, was dann zum Schluss das Ganze geworden ist.
00:46:46: Ich weiß gar nicht mehr genau, was es war, nur in dem Fall ist es tatsächlich so, dass der Versuch eigentlich nichts... Bedeutet, weil nur das Ergebnis zählt, hätte er das Material nicht gefunden.
00:46:56: Am Ende hätte er kein Produkt gehabt und es hätte keinen interessiert.
00:47:01: Jetzt komme ich, jetzt muss ich vielleicht erklären, der Spruch kommt, also von Edison.
00:47:06: Ich selbst habe leichtathletik betrieben als Leistungssport und weiß natürlich, wenn du im Hochsprung jetzt zum Beispiel drei Versuche hast und du reist dreimal.
00:47:15: dann bist du raus.
00:47:17: Wenn du die ersten Versuche im zweiten oder dritten Versuch schaffst, darfst du die nächste Höhe nehmen.
00:47:21: Von daher ist das natürlich sportlich betrachtet tatsächlich so.
00:47:25: Aber einschränkend kommt man natürlich nur über den Versuch
00:47:30: zur
00:47:31: Meisterschaft.
00:47:32: Das heißt, im Endeffekt, wenn ich es nicht versuche, werde ich natürlich auch nie ein Ergebnis
00:47:38: bekommen.
00:47:40: Das steht natürlich jetzt in dem Satz nicht drin, aber nur das Häufige üben.
00:47:46: Er gibt im Endeffekt das Ergebnis.
00:47:48: Und da gibt es so eine schöne Geschichte, die ist, ich habe in den Stimmsemesterferien, habe ich mit meinem Kumpel, der auch Schreiner war, immer beim Messebau gearbeitet.
00:47:55: Nicht beim Messebau, sondern Zeitarbeitsfirma gearbeitet.
00:47:58: Und diese Zeitarbeitsfirma waren durch Heilfolie, mussten für uns keine Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, konnten aber voll abrechnen und wir haben gute Stundensätze gegen.
00:48:05: Da waren wir in Leerte im Krankenhaus Trockenbau.
00:48:09: Vier, vier Wochen.
00:48:10: Da kam morgens einer rein.
00:48:13: Ja, ich bin Lars der Putzer.
00:48:16: Weiße, weiße Jeanshose, weiße, weiße Slipper, weißes T-Shirt.
00:48:21: Und sagt, da, ich gehe jetzt erstmal Kaffee trinken in die Kaffee der Riehe und danach erkomme ich und fange mal an.
00:48:26: Der war Putzer.
00:48:26: Das heißt, er hat nichts anderes gemacht als die Stöße, die Stöße bei den Spamplatten, die verschraubern, zu verputzen.
00:48:32: Natürlich, was bist du für ein Arschloch?
00:48:35: Das war ein Künstler vor dem Herd.
00:48:38: Der hat sich nicht umgezogen, er hat wie er war.
00:48:40: Wie er war, hat der Gips angemacht, hatte zwei Kellen und hat in einer geschwindet, die wurden nach Quadratmetern bezahlt oder nach Laufmeterfuge.
00:48:52: Du hast wirklich gedacht, dieser Gips klebt an der Kelle, da war kein Spritze, da war kein Ging.
00:48:58: Einmal drüber wischen, alles fertig und das ist Meisterschaft.
00:49:02: Und das kommt natürlich nur durch Übung.
00:49:05: Also zählt zwar das Ergebnis, aber das Ergebnis kriegst du natürlich nur, wenn du vorher viele, viele Versuche gemacht hast.
00:49:11: Deswegen muss man das vielleicht manchmal so ein bisschen
00:49:13: erklären.
00:49:16: Bist du bei euch auch in die Entwicklung der Irven?
00:49:21: Ja.
00:49:25: Ein neues Produkt entsteht erst mal durch den Vertrieb.
00:49:29: Der Vertrieb kommt entweder durch den Außendienst oder durch Kunden.
00:49:35: Entweder es gibt ein Wettbewerbsprodukt, das sich extrem gut verkauft.
00:49:40: Oder eine technische Idee, die andere hatten.
00:49:43: Und dann kommt dieses Thema natürlich irgendwann zum Vertriebsleiter, Geschäftsführer, Vertrieb oder wie auch immer.
00:49:49: Und dann gibt es ja immer diese Sitzungen, die da lauten, was sind die nächsten Dinge, die wir angehen.
00:49:55: Und da sitzt natürlich dann die Entwicklungsabteilung drin, am besten Research and Development.
00:50:00: nicht sagen, okay, wir haben da das und das.
00:50:02: und dann gibt es natürlich auch noch Dr.
00:50:04: Schmatloch, der sagt, naja, die neue Ökodesignrichtlinie in Zukunft in zwei bis vier Jahren, da geht es in die und die Richtung, ihr müsst da ein bisschen aufpassen.
00:50:13: und dann gibt es natürlich auch noch einen Geschäftsführer oder früher Inhaber, der sagt, ich will mal was ganz Verrücktes machen, interessiert mich alles nicht, das ist auch eine gute Art, also sagen wir mal, weil das beste Beispiel ist zum Beispiel der Varia AHA, das sagt ja noch was, Das war nur ein Prototyp für Sommerhuber, der der erste war, der diese Großkeramik damals auf den Markt gebracht hat, die genau diese Abmessung hatte.
00:50:42: Und Sommerhuber wollte, dass wir eine Sonderanfertigung bauen, dass er mit seinen Blatten direkt in der Höhe und in der Breite, vier Jahre später haben wir da von dreitausend Stück pro Jahr verkauft, das war aber keine Planung.
00:50:57: nur bedingt Dinge planen.
00:51:00: Und so gibt es natürlich dann eine Projektsitzung.
00:51:05: und diese Projektsitzungen gehen dann meistens so vor, dass man Ideen hat, die Ideen, wenn du ich gesprochen, danach kriegt das jeder noch mal zur Vorlage und muss es bewerten.
00:51:16: Heißt, wenn es zum Beispiel elf Ideen gibt, hat jeder elf Punkte zu vergehen.
00:51:20: Also jeder, der in der Sitzung ist, hat elf Punkte und muss dann verteilen, okay, elf, ist für mich das Wichtigste.
00:51:26: und zum Schluss wird geschaut, was sind die wichtigsten vier Projekte oder Anzahl der Projekte, die man durchziehen kann in einem Jahr und was hat die meisten Punkte bekommen.
00:51:36: Und dann wird das nochmal in der Geschäftsleiter-Sitzung.
00:51:38: besprochen und dann dementsprechend auch verabschiedet.
00:51:41: Aber auch während dem Prozess ist es einfach so, dass heute zum Beispiel, vorhin hat mich noch Christoph Annecken angerufen, also einer unserer Entwickler und sagt, Martin, wir müssen uns morgen noch mal das Wassergerät angucken, was wir zur Nachprüfung haben.
00:51:55: Sollen wir das jetzt mit IR-Scheibe oder mit normaler Scheibe?
00:51:59: machen.
00:52:00: Für die, die es nicht wissen, okay, wir müssen alles brochen kennen, aber Infrarot beschichtet oder nicht.
00:52:05: Dann sage ich, Christoph, sagen wir mal, wenn du mehr was, also der Wasseranteil ist wichtig.
00:52:10: Und gerade bei dem ist es extrem wichtig, dass wir über fünfzig oder sechzig Prozent kommen.
00:52:15: Deswegen prüft das Ding mit IR-Scheiben.
00:52:17: Ich weiß, IR-Scheiben sehen nicht so doll aus wie normale Scheiben, weil sie halt immer noch so einen gewissen, chanchierenden Effekt haben.
00:52:25: Aber da ist es einfach so, dass die entwickeln natürlich den Vertrieb fragt und sagt, wie sollen wir es machen?
00:52:31: Oder gestern hatten wir ein Treffen, da ging es im Endeffekt um Partikelabscheide.
00:52:36: Da hat uns der eine Entwickler vorgeführt, wie man den Partikelabscheider reinigen kann.
00:52:43: Und der wollte das dem Vertrieb zeigen.
00:52:45: und dann schaue ich mir das an und sage, okay, pass auf, das ist gut, das halte ich praktisch im Wohnraum für.
00:52:53: Mäßig, da können wir weiterarbeiten und dann nehmen die die, das heißt nicht, dass wir, dass ich das jetzt bestimme, sondern die nehmen einfach die Gedanken mit auf und lassen das mit einfließen.
00:53:02: Weil zum Schluss ist es ja so, dass wir es verkaufen müssen.
00:53:06: Das heißt also, wenn das Produkt dann fertig ist, gibt es dann ein sogenanntes Fact sheet, das heißt also, das sind die Fakten.
00:53:12: und dann muss ich mir, der ich gleichzeitig auch noch Marketingleiter bin, muss ich mir ja erst mal überlegen.
00:53:17: Wie will ich das verkaufen?
00:53:19: Was ist eigentlich die entscheidenden drei Argumente?
00:53:22: Warum dieses Produkt besser ist als andere?
00:53:26: Anders ist als andere?
00:53:27: Oder warum?
00:53:29: Wie können wir es dem Offensetzer schmackhaft machen, der natürlich wiederum das ganze dem Entverbraucher
00:53:33: schmackhaft machen
00:53:34: muss.
00:53:35: Und von daher ist es so eine Art Produktmanagement.
00:53:39: Eigentlich bräuchte man dafür eine eigene Position.
00:53:42: Aber ich werde das nie vergessen, ich kam mir im Jahr zwei Tausend zwei zu spartirm und Waldemar hatte.
00:53:47: nachdem er weggegangen, ist alles mitgenommen.
00:53:50: Also ich saß da am ersten Januar und ich werde nie vergessen, am siebzehnten Januar oder achtzehnten rief mich Jens Fischer an.
00:54:00: Ja, mein Name ist Jens Fischer von der Roten Zeitung und ich wollte fragen, wo die Anzeige bleibt.
00:54:05: Und ich so erstens weiß ich nicht, was die Rote ist, zweitens Anzeige und drittens wir haben weder Bilder noch Texte noch irgendwas.
00:54:16: Und dann hat er mich mal aufgeklärt.
00:54:18: und ich muss heute noch sagen, also ich habe Jens viel zu verdanken.
00:54:23: Jens und Gustav vor allen Dingen, also Gustav Kopf und er waren ja das nicht trennbare
00:54:27: Team.
00:54:29: Und die haben mir eigentlich den Weg in die Branche geebnet, weil am Anfang haben viele mich als Fenster fritzen und was wie der da, also ich kann ja fremden in die Branche von der Fensterfirma.
00:54:42: Und die beiden sind mit mir einfach mal nach Polen gefallen, unser Werk.
00:54:46: Ziemlich am Anfang, ich glaube, im April oder Mai.
00:54:49: Und haben sich mit mir einfach auch mal zwei Tage unterhalten, wie ich denke, wie ich ticke, was ich vorhabe.
00:54:55: Und haben danach dann wirklich jedem, der gesagt hat, ah, spartan, der neue Fensterfiz.
00:55:02: Der weiß, was er will und ich glaube, der passt in die Branche.
00:55:06: Also es ist immer wichtig solche Sprecher zu haben.
00:55:10: Und das hat mir sehr, sehr viel geholfen.
00:55:12: Auf jeden Fall kam damals natürlich, musste ich dann schauen, wo kriege ich eine Marketingagentur her, die habe ich dann von meiner alten Firma genommen aus Bremen, weil da kannte ich den Marketing, denn der, den, den, den, den, den Agenturleiter und den gefragt, ob er das machen will.
00:55:26: Die haben dann zehn Jahre das Marketing gemacht für Spartheam.
00:55:30: Ich habe nie Marketingstudie, bin ich nicht mehr.
00:55:33: Aber ich habe mir immer nur eine Frage gestellt.
00:55:35: Und ich glaube, die ist nicht verkehrt.
00:55:37: Die Frage lautete immer, was dient dem Vertrieb und was dient dem Offensetzer für den Verkauf?
00:55:45: Was braucht er?
00:55:46: Und nicht dieses Marketingphilosophien und bla bla bla, sondern einfach nur für mich dient das Marketing dem Vertrieb.
00:55:57: Ah, andere sehen das anders aus.
00:55:59: Also ich sehe es so als Marketing, als Diener des Vertriebs.
00:56:03: Allerdings ist es natürlich so, der Vertrieb sollte natürlich auch nicht so arrogant sein und zu sagen, ja ich weiß, wo der Hase läuft, wie der Hase läuft, sondern sollte auch dem Marketing zuhören.
00:56:12: Wie kann man es vielleicht machen?
00:56:14: Und das ist natürlich gerade, was.
00:56:17: in der Zwischenzeit bin ich natürlich mit zweiundsechzig auch, ich sage mal, ein Dinosaurier und nicht unbedingt was Social Media angeht.
00:56:26: große Held und habe die große Ahnung, als ich anfing für dreiundzwanzig Jahren Druckmedien.
00:56:32: Prospektpreislistenende.
00:56:37: Inzwischen kann dann die Homepage dazu.
00:56:39: Das war schon eine Herausforderung und heute ist es einfach so, dass man mehr Geld in Social Media ausgibt, als im Endeffekt für Druckmedien und wie auch immer.
00:56:47: Das heißt, das Marketing hat sich eigentlich in den letzten zwanzig Jahren komplett gewandelt.
00:56:52: Nur unsere Branche nicht.
00:56:55: Also ich, also nicht zum Museum.
00:56:57: Also sagen wir mal, ich drucke zum Beispiel, im Export druck ich schon seit acht Jahren keine Preislisten mehr.
00:57:04: Und in alle Länder kommt damit gut klar, in Deutschland ist das ein No-Go.
00:57:11: Ja.
00:57:12: Das sind so Dinge, die, sagen wir mal, die beschäftigen mich natürlich auch.
00:57:17: Also ich versuche dann immer so ein bisschen up to date zu bleiben.
00:57:21: Bin aber froh, dass ich einen Marketingleiter habe, der sich da wohlfühlt.
00:57:27: Aber auch, sagen wir mal ... Jetzt haben wir mal nicht irgendwie so Marketing aus Selbstverliebtheit macht, sondern er ist bei mir und da hat Spathem, glaube ich, auch in den letzten Jahren Feder gemacht, dass man zu sehr auf Endverbraucher-Marketing gegangen ist.
00:57:43: Oder anderen Geschäftsführern, die gesagt haben, ja, wir müssen Endverbrauchern, aber wir sind alle unsere Branche zu klein, Spathem ist zu klein, wir können keinen Endverbraucher-Marketing machen.
00:57:52: Und wir haben jetzt ganz klar auch mit Herrn Sandting als Geschäftsführer festgelegt und da ist auch der Marketingleiter dahinter, siebzig, dreißig.
00:57:59: Das heißt, siebzig Prozent gehen in den Ofenbau und dreißig Prozent ist so dieses Grundrauschen in den Social Media Blätterwald für die Branche und Spartemprodukte.
00:58:11: Aber alles andere kannst du eigentlich vergessen.
00:58:14: Es ist immer noch so, dass der Betrieb vor Ort.
00:58:16: Der Handwerker vor Ort entscheidete, wenn du heute Endkunden fragst, erst mal von wem haben sie denn den Kamin, dann fällt dem vielleicht nach zwei Jahren noch der Name Neuer ein, also wenn das bei dir war.
00:58:29: Aber Schmatiam oder Brunner oder Schmied oder Austroflamm fällt dem nicht ein, weil die Box, die da drin war, die hat er schon lange vergessen, aber er weiß noch, dass ihr vor Ort wart und habt ihm die Anlage gebaut.
00:58:40: Das ist es eigentlich von daher.
00:58:43: Zusammenfassend, glaube ich, ist es sehr wichtig, dass man als Vertriebsmann Mitspracherecht hat, weil man hat im Endeffekt natürlich auch dann die Verantwortung, du wolltest das
00:58:54: Produkt haben.
00:58:58: Das ist eigentlich genau der Punkt.
00:59:00: Du musstest ja, was ist mit deinen Zahlen?
00:59:02: Also musst du dir natürlich immer überlegen, will ich das, glaube ich, daran?
00:59:08: Ist es vom Design her, vom Preis her, von der Technik her so, dass wir genügend davon verkaufen, damit es sich rechnet?
00:59:15: Funktioniert natürlich.
00:59:17: Bei jeder Firma genauso gut und schlecht, du wirst immer das Pareto-Prinzip haben.
00:59:22: Du wirst immer mit zwanzig Prozent deiner Produkte, achtzig Prozent deines Umsatzes machen.
00:59:26: Da kannst du dich anstrengen, wie du willst.
00:59:28: Du kannst auch immer wieder rausschmeißen, wie auch immer.
00:59:30: Trotzdem wirst du dieses Grobverhältnis, ob das die siebzig, dreißig ist, achtzig, das wirst du nicht verändern.
00:59:36: Und das gilt für alle Firmen.
00:59:40: Und von daher sieht das immer ein Bemühen und ein Glauben nur ... Selbst wenn wir sagen, das ist ein tolles Produkt.
00:59:49: Selbst wenn der Ufensitzer sagt, das ist ein tolles Produkt.
00:59:51: Heißt das noch lange nicht, dass der Entkunde es auch so entscheidet.
00:59:58: Nach dem Podcast hat mir Martin noch verraten, dass er früher sehr viel zurückhaltender war, was zum Beispiel private Erzählungen
01:00:04: betraf.
01:00:05: Insofern noch einmal vielen Dank
01:00:07: für dein Vertrauen und die interessanten
01:00:09: Einblicke.
01:00:11: Im zweiten Teil des Podcasts, der nach einer kurzen Weihnachtspause am fünften Januar erscheint, Sparen wir auch unangenehme Themen wie einen Gerichtsprozess, eine abgesagte Messe und Entlassungen nicht
01:00:22: aus.
01:00:23: Um das nicht
01:00:24: zu verpassen, solltet ihr den Podcast gleich abonnieren und wir freuen uns natürlich über jeden Like, jeden Kommentar
01:00:30: und Empfehlungen.
01:00:32: Ich wünsche allen ein erholsames Weihnachtsfest und einen tollen Rutsch in das nächste Jahr.
01:00:37: Wir hören uns!
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